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Öffentlicher Verkehr rüstet gegen Feinstaub
Archiv - Nachhaltigkeit und Ökoland
Donnerstag, 7. September 2006
Image Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder will den öffentlichen Verkehr in Zusammenarbeit mit dem Verkehrsverbund, GF Dr. Alfred Hensel, ausbauen und attraktiver gestalten.

Die anhaltend starke Feinstaubbelastung im Großraum Graz wird im kommenden Winterhalbjahr vermutlich recht rasch Einschränkungen des Pkw-Verkehrs mit sich bringen.

Der von Umweltlandesrat Ing. Manfred Wegscheider (SPÖ) erstellte Maßnahmenkatalog sieht konkret in einem ersten Schritt Fahrverbote für Diesel-Pkw ohne Partikelfilter bei Überschreitung der Grenzwerte an mehreren Tagen hintereinander vor. Eine für den Sommer angekündigte Informationskampagne, um die Pendler und Anrainer auf diese Situation vorzubereiten, wurde nur in sehr bescheidenem Rahmen umgesetzt.

Jonglieren mit knappen Ressourcen. Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) hat nun angekündigt, dass von Seiten ihres Ressorts im von einer Planungsgruppe erarbeiteten „Winterfahrplan“ die Takte der öffentlichen Verkehrsmittel verdichtet werden sollen. Sie erklärte, dass es bei länger dauernden Fahrverboten schnell „zu einer heiklen Situation kommen könnte, die nicht problemlos zu bewältigen sein wird.“
Es fehlen nämlich nicht nur die nötigen Transportmittel, wie Busse und Schienenkapazitäten, „auch bei den personellen Reserven dürfte schnell ein Plafond erreicht sein“, betont Dr. Alfred Hensle, GF des Steirischen Verkehrsverbundes. Die notwendigen Gegenmaßnahmen liegen bislang in eher vage formulierten Zielsetzungen vor. Trotzdem sei es ihr vorrangiges Ziel, den Benützern von Pkws ohne Dieselfilter ausreichend öffentliche Alternativen zur Verfügung zu stellen, betont die Verkehrslandesrätin.

Winterfahrplan bringt kürzere Takte. Unabhängig von dem Eintreten einer erhöhten Feinstaubbelastung soll der öffentliche Verkehr durch eine verdichtete Taktung und bessere Angebote attraktiver werden. Das Angebot und die Nutzungsfrequenz des öffentlichen Verkehrs liegen in Graz jedenfalls noch immer weit hinter den internationalen Standards zurück, betont Ploder. Eine Verbesserung soll die Aufstockung der Kapazitäten auf den Hauptverbindungslinien nach Graz bewirken – eine Maßnahme, in die das Verkehrsressort ca. 2,2 Mio. Euro investieren will. Nach einer Studie muss der öffentliche Verkehr innerhalb von Graz bei Fahrverboten täglich etwa 80.000 Personen zusätzlich transportieren, über die Stadtgrenze hinweg werden es rund 34.000 Pendler sein. Dafür müssen auch die Park&Ride-Kapazitäten großzügig ausgebaut werden, von den 9.000 erforderlichen Plätzen wird man laut Verkehrsressort heuer wohl nur erst die Hälfte verwirklichen können.
Josef Schiffer
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