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„Ich lebe in zwei Sprachen und zwei Sprachen leben in mir“
Archiv - Soziales
Samstag, 8. Juli 2006
ImageMit einem Gedicht des Zabgreber Autors Srdan Keko trug die interkulturelle Kinderbetreuerin Marija Drusko zum stimmungsvollen Ambiente bei der Vorstellung des interkulturellen Leitbildes der Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt Graz bei.

Trommeln, Tänze, Kinderchor und emotionale Redebeiträge begeisterten das zahlreich erschienene Publikum im Grazer Dom im Berg. Der Arbeitskreis „Dialog der Kulturen", rekrutiert aus Mitarbeiterinnen des Grazer Jugendamtes, hat ganze Arbeit geleistet und – wie Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl, früher selbst Direktorin einer der interkulturellsten Schulen von Graz, voll Freude feststellte, „mit viel Engagement Richtlinien, Strukturen und Standards für interkulturelle Arbeit in den städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen erstellt". Mit diesen Standards sollen die Rechte der Kinder auf Erziehung und Bildung, auf kulturelle Identität, auf Muttersprache und auf Chancen zum guten Erlernen der deutschen Sprache gestärkt werden und durch verbesserte Förderung der sozialen Kompetenz Diskriminierung und Ausgrenzung hintangestellt werden. Ungefähr ein Drittel der Kinder in den städtischen Betreuungseinrichtungen kommt aus Familien mit Migrationshintergrund.

Die Ziele der interkulturellen Pädagogik im Kindergartenalter sind es vor allem optimale Bildungsvoraussetzungen für alle Kinder zu schaffen und damit Grundsteine für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungswesen zu legen. Interkulturelle Betreuerinnen arbeiten in allen Einrichtungen als Unterstützung für die Kinder, die Pädagoginnen und die Eltern. Als nächster Schritt ist ein Qualitätshandbuch über die Umsetzung des Leitbildes geplant. Fast zeitgleich fand an der Hauptschule St. Andrä eine Tagung zur interkulturellen Vielfalt in der Schule statt. Joachim Knab, Fachberater an der Adolf-Reichwein-Schule in Frankfurt am Main, einer Schule mit einem Anteil von 69 % an Kindern mit Migrationshintergrund, berichtete von den erfolgreichen Sprachförderprojekten „Deutsch + PC" und „MitSprache" sowie „Mama lernt deutsch".

Dr. Dagmar Strohmeier, Universität Wien, stellte Möglichkeiten vor, das Unterrichtsprinzip „interkulturelles Lernen" in der schulischen Praxis umzusetzen.

gm

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