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Fisch auf der Schuhsohle – Jani W. Schwob |
Archiv - Kultur | |
Samstag, 6. Mai 2006 | |
![]() Innerhalb von drei Wochen hatte er sich die stark psychedelisch anmutende und teils durch Schlafentzug bedingte Geschichte aus dem Hirn gezeichnet. Seinem Faible für Hybridwesen respektive für Mutationen von menschlichen Figuren zu Insekten wird der semiakademische Biologe Schwob in Ja! Nie gerecht, wenn etwa in einer Sequenz ein König mit seinem Hofnarren, offensichtlich unter Einfluss stimulierender Getränke, in ein wüstes Handgemenge ![]() Dem Zeitgeist in die Karten geguckt: Supermarktkunst. Der 1961 in Leoben geborene Autodidakt Jani W. Schwob ist Gründungsmitglied des bis zum Jahr 2000 umtriebigen Grazer KünstlerInnenvereins Artophobia, Veranstalter und Teilnehmer von Ausstellungsprojekten im öffentlichen Raum wie der Plakataktion Künstler gegen Ausländerfeindlichkeit (1993) oder dem Supermarkt: Wa(h)re Kunst (1994), einer ironischen Gegenposition zur Diskussion um Werte auf dem Kunstmarkt. Kundenfreundlich präsentierten dort 32 KünstlerInnen, darunter Arnold Reinisch, W. W. Anger und Edda Strobl, ihre Arbeiten zu erschwinglichen Preisen in Supermarktregalen. Jani W. Schwob ![]() Team-Malen. Ein eindeutig der Malerei verpflichtetes Projekt präsentierten der 2003 verstorbene ![]() ![]() Kunst für Kinder. Im Zuge eines acht Monate währenden Aufenthaltes in Leon, Nicaragua, initiierten Schwob, seine Lebensgefährtin Karin Sajer und Maria Mercedes Ortiz ein Projekt zur Förderung von Straßenkindern in Leon, das deren Schulbesuch ermöglicht. Mit Unterstützung der Stadt Graz, des Landes Steiermark und etlichen privaten Sponsoren konnten Sajer und Schwob in einem ersten Schritt nicaraguanische Kinder im Alter zwischen sechs und vierzehn Jahren für die Teilnahme an Workshops begeistern, in denen sie Zeichnungen und Malereien als Grundlage für Bilder und T-Shirts gestalteten, die in Ausstellungen in Österreich (u.a. Grüne Akademie Graz 2005, Cellarium Stift Rein 2006) ![]() Globalisierungskritik. Aus Aufenthalt in und Austausch mit Leon stammen auch die Motive der letzten Ausstellung malerischer und grafischer Arbeiten von Jani Schwob im Cellarium von Stift Rein unter dem Titel TIEMPO CENTROAMERICANO. Den surrealen Zeichnungen mit Kugelschreiber – selbstredend bestehen formale Annäherungen an Insekten – stehen jetzt realistische Porträts von Menschen in Nicaragua gegenüber. Aber Schwob muss natürlich auch Konsum- oder Globalisierungskritik einbringen, wenn durch die Oberfläche von mittels Computer bearbeiteten Bildern prähistorischer Götterfiguren auch Fragmente der Logos von weltumspannenden Getränke- und Fast Food-Konzernen dringen. Das eingangs erwähnte Faible findet seinen Abdruck in der Markenschuh-Sohle des alten Mannes im Bild Siesta: Den ![]() Wenzel Mraček Informationen zu Jani W. Schwob finden Sie unter http://members.aon.at/janischwob
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