04 / 2002
  "Jugend Zukunft – Zukunftsjugend"

Die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus hat vor zwei Jahren gemeinsam mit den österreichischen Berufsschulen ein Projekt zur Gewaltprävention für Lehrlinge gestartet, das regen Zulauf findet. 

Neben der Vermittlung von Basisinformationen zu den Thematiken Gewalt und Rassismus werden dabei auch Handlungsalternativen in konkreten Lebenssituationen erarbeitet. Die Entwicklung von Kritikfähigkeit, Selbstreflexion und eigenverantwortlichem Handeln wird durch erlebnisorientierte Inhalte gefördert. Aus einem umfangreichen Katalogangebot der ARGE wird Jugendlichen die Möglichkeit geboten, selbst auszuwählen, welchen Schwerpunkt sie zur Gewaltprävention behandeln wollen, "Flucht und Migration", "G'scheit streiten" und Zeitzeugenarbeit wie z.B. die so genannte "Mühlviertler Hasenjagd" waren Themen, die von den Berufsschülern mit großem Interesse bearbeitet wurden. Maria Cäsar, Referentin und Zeitzeugin: "Jugendliche sind sehr wohl erreichbar und politisch interessiert. Wenn sie das Gefühl haben, etwas zur Gesellschaft beitragen zu können, wächst ihr Interesse an Politik enorm." Mag. Eva Maria Fluch, Leiterin des Landesjugendreferats: "Unser Ziel ist es der Jugend ein Stück Zukunft zu hinterlassen. Diese Zukunft soll jedoch von Toleranz und gegenseitigem Verständnis geprägt sein."
 

Paierl, Fluch, Schützenhöfer, Ehetreiber, Ramp:
Positive Bilanz der Arbeit der 
ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus

 

"Meine Meinung habe ich geändert"
ARGE-Leiter Mag. Christian Ehetreiber und Mag. Bettina Ramp bilanzieren stolz: "In der Pilotphase im Jahr 2000 waren es sieben Landesberufsschulen, die sich unter dem ARGE-Projektmotto "Von Jugendlichen für Jugendliche" inhaltlich mit Menschenrechten und Demokratie auseinander setzten – voriges Jahr waren es bereits 17". Jugendlandesrat Hermann Schützenhöfer: "Wir wollen eine Zukunft bauen, die von Verständnis und Toleranz geprägt ist – wir leben in einer Zeit, in der verbale Grenzen überschritten werden, Gewalt beginnt in der Sprache." Sein Regierungskollege Herbert Paierl weist auf die Wichtigkeit der interkulturellen Arbeit der ARGE hin: "Statistischen Daten zufolge sind wir nicht sehr multikulti-freundlich: Österreich befindet sich im europäischen Schnitt an vorletzter Stelle, was die Akzeptanz unterschiedlicher Rassen betrifft."
 

"Eine Zukunft bauen, 
die von Toleranz und gegenseitigem 
Verständnis geprägt ist"
 
 

Der Projekterfolg wird durch Schülerfeedbacks bestätigt: "Meine Meinung habe ich geändert – man kann Menschen nicht einfach in gut und böse einteilen. Es ist wichtig im Alltag zu reagieren und nicht weg zu schauen!" 

cw
 
APRIL-AUSGABE
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG