korso Kunst/Kultur
Das Informationsmagazin 
der Steiermark
 

10/2005

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    M Stadt: Die Stadt als Medium und Objekt


Dem überaus komplexen Thema Stadt als Untersuchungsfeld sind naturgemäß nicht erst im 20. Jahrhundert Studien von Architekten, Stadtplanern, Soziologen, oder allgemeiner, Systemtheoretikern gewidmet. Schon zu Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten etwa die Untersuchungen der Engländer Henry Meyhew oder Charles Booth die Basis für groß angelegte Dokumentationen wie sie etwa in Wien und Berlin mit den Großstadtdokumenten zwischen 1904 und 1908 entstanden, diese wiederum sollten entscheidend für die Gründung der Chicago School of Sociology sein. Eine solcherart fundierte wissenschaftliche Disziplin der Stadtethnologie ist derzeit in historischer Aufarbeitung begriffen.

Chris Burdon: Pizza City, 1993-1996 Vicente Guallart: Die Re-Naturalisierung des Landes: Barcelona

Veränderungsprozesse, die an Beispielen von Megastädten und im Vergleich mit den historischen Städten des alten Kontinents beobachtet werden, fanden in den letzten Jahren immer deutlicher Eingang in künstlerische Positionen, erinnert sei etwa an fotografische und Videoarbeiten von Aglaia Konrad, die in der Camera Austria zu sehen waren. Die aktuelle Ausstellung zum diesjährigen Herbst-Thema im Kunsthaus Graz beschäftigt sich nun mit Städten mittlerer Größe, wie sie durch Graz, Basel, Krakau, Triest und Ljubljana repräsentiert sind, dazu kommt ein als urban interpretierter Bereich des Ruhrgebietes.

Cibic&Partners: Microrealities, A Project about Places and People, 2004 > < Matthieu Laurette: Moneyback Products (Version #2), 2001

Marco de Michelis, Dekan der Fakultät für Kunst und Design an der Universität IUAV Venedig, Peter Pakesch und Katrin Bucher vom Kunsthaus haben mit M Stadt. Europäische Stadtlandschaften eine Ausstellung konzipiert, die Veränderungsprozessen und der Frage nach der Stadt als Auslaufmodell mittels künstlerischen und architektonischen Untersuchungen nachgeht. Mit der Ausstellungsarchitektur wurde das spanische Studio ReD / Research + Design betraut. Vor allem das als Sprawl bezeichnete Phänomen, als Konstellation zwischen ehemaliger Peripherie und Stadtkern, mit der Tendenz, sich als Zwischenstadt aus der Anlage von Einkaufszentren oder dem Bestreben einer Mittelschicht zu entwickeln, in und von der Stadt zu leben, aber in einem möglichst nicht städtischen Ambiente zu wohnen, manifestiert sich in Arbeiten wie solchen des Katalanen Vicente Guallart, Stadt der 1000 Geografien (1998-2005), Studio Sprawltown, Euro-Sprawl (2005) oder Cibic&Partners, die mit Microrealities (2004) durch Videos und Modelldarstellungen auch gegenwärtig utopisch anmutende Habitate und Sprawl-Bereiche erstellten.

Im Space01 dagegen sind in Auftrag gegebene Stadtporträts in Form von Videos zu sehen, die für einen subjektiven Zugang zu oben genannten Städten von Graz bis ins Ruhrgebiet stehen, aus der Sicht von Wilhelm Sasnal, Thomas Baumann und Martin Kaltner, Masaki Fuhijata (für Graz) und Werner von Mutzenbecher.

Nicht mehr ganz aktuelle, wenngleich wichtige Positionen in diesem Rahmen vertreten Duane Hanson mit einer hyperrealistischen Plastik aus dem Jahr 1973, Chris Burdon mit Pizza City (1993-1996), Dan Graham mit Fotomontagen aus den Jahren 1966 bis 1978 oder Gerhard Richter mit einem Stadtbild (1968) in Öl auf Leinwand. Wieder zu sehen sind die im Rahmen der Kulturhauptstadt in Auftrag gegebenen Graz-Fotografien von Hans-Peter Feldmann.
Ein Kommunikationsprojekt in Kooperation mit einem Telefonprovider ist dem Versuch einer Soziodemografischen Stadtgeschichte(n)-Sammlung unter dem Titel meinGraz. Mobile memory – mobile history gewidmet. Das Experiment Mobile Landscape, in Zusammenarbeit mit dem Massachusetts Institute of Technology, dagegen visualisiert die urbane Mobilität von freiwillig teilnehmenden GrazerInnen über die Erfassung ihrer Bewegungen durch die Stadt zwischen den Senderbereichen desselben Telefonanbieters – garantiert anonym.

Wenzel Mracek

M Stadt. Europäische Stadtlandschaften ist bis zum 8. Jänner 2006 im Kunsthaus Graz zu sehen.
Informationen unter www.kunsthausgraz.at

 

 

  Die Alte Galerie neu im Schloss Eggenberg


Vor zwei Jahren startete das Landesmuseum Joanneum ein Prozedere zur Übersiedelung der Alten Galerie vom Standort Neutorgasse in das Schloss Eggenberg. Mit Antritt des Kunsthistorikers, Archäologen und Germanisten Dr. Ulrich Becker, zuerst Chefkurator und seit August des vergangenen Jahres Leiter der Alten Galerie, entwickelte ein Team, dem auch Dr. Barbara Kaiser und Dr. Eva Marko angehören, das aktuelle Konzept einer Neuaufstellung der Schausammlung im ersten Obergeschoss des Barockschlosses.

Die nun 1200 m2 umfassenden Ausstellungsfläche wird ergänzt um weitere für Wechselausstellungen im Südost-Trakt des Erdgeschosses in der Größe von 200 m2, das ebenfalls im EG befindliche Depot mit 170 m2 und 850 m2 Hängeflächen, einem Verwaltungs- und Bürobereich und einem weiteren Depot für die grafische Sammlung im spätbarocken Südpavillon, wobei die Adaptierung des Bereiches der Wechselausstellungen und des Pavillons im Dezember dieses Jahres fertiggestellt sein soll. Die Kosten für Sanierung und Neuerrichtung der Ausstellungsräume, Depots, Restaurierwerkstätte, Büro- und Bibliotheksräume sowie Restaurierung einer Vielzahl der Exponate belaufen sich auf zwei Millionen Euro.

Die Sammlung der Alten Galerie ordnet Ulrich Becker, Spezialist für niederländisch-flämische Kunst des 15. bis 17. Jahrhunderts, in ihrer Bedeutung einer „gesamteuropäischen Dimension“ zu, wobei der Bestand mittelalterlicher Kunst größtenteils Objekte aus der Steiermark umfasst und damit neben der Mittelalterabteilung der Österreichischen Galerie im Unteren Belvedere in Wien die bedeutendste Sammlung ihrer Art in Österreich ist. Die Neuaufstellung folgte nicht wie in der Neutorgasse einem chronologischen Schema, vielmehr sind die Exponate nun nach Themenkreisen geordnet. Beginnend im Mittelalter, mit dem Türblatt der Sakristeikapelle der Dominikanerkirche in Friesach aus der Zeit 1280/90, treten die Besucher in einen zweiten Raum mit Darstellungen zur Marienverehrung, der zentralen Admonter Madonna und der St. Lambrechter Votivtafel. Es folgen vier Räume beginnend mit Christusdarstellungen, darunter etwa der überlebensgroße Torso des Mühlauer Kruzifixes, weitere Themenbereiche sind die Passionsgeschichte mit Exponaten, neben anderen mehr, von Michael Pacher oder dem Meister der Brucker Martinstafel. Neben den religiösen handelt die Kunst der Neuzeit zunehmend von profanen Stoffen, so werden in vier Räumen „Weltlandschaften“ präsentiert, darunter flämische „Lesebilder“ zur Torheit des Menschen auf die der „Triumph des Todes“, hier von Jan Brueghel d. Ä., folgt. Über ein spätbarockes Bilderkabinett gelangen BesucherInnen schließlich in den Themenraum der „Verführer und Verführten“ und werden mit den bildlichen Darstellungen der sieben Todsünden konfrontiert, dem allerdings der Saal der „Helden und starken Frauen“ folgt.

< Alte Galerie, Raum 6: Die Passion Christi < Lucas Cranach d. Ä.: Urteil des Paris

Der letzte Raum ist dem spätbarocken Maler Martin Johann Schmidt gewidmet, dem Kremserschmidt. Neuzugänge als Leihgaben, wie etwa eine „Rheinlandschaft“ des Niederländers Herman III. Saftleven (1609 – 1685), stammen aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza.
Wenn Joanneum-Intendant Peter Pakesch anlässlich der Präsentation der neu aufgestellten Alten Galerie von „Geräuschen“ sprach, mit denen Opponentenkomitees ihren Unmut gegenüber Übersiedelung und Neuaufstellung ausgedrückt hatten, so sollten diese Geräusche angesichts der nunmehrigen Gegebenheiten und nicht zuletzt einer dem neuesten Stand entsprechenden Ausstellungstechnik und Präsentationsweise wohl verklingen.

Wenzel Mracek

Informationen unter www.museum-joanneum.at

ERLEBNIS:MUSEUM, 3.11.2005, 15:00 - 17:00 Uhr. Alte Galerie, Treffpunkt: Portier, Schloss Eggenberg, für Kinder von 6 - 12. Welche Geschichten stecken hinter den Werken? Unter dem Motto „Wer suchet, der findet!“ werden Kinder auf Details aufmerksam gemacht.

 

 

  Michael Kienzer im Forum Stadtpark
„Gedanken können leicht verpackt werden.“ - Michael Kienzer im Forum Gespräch


„Die Realisierung der Brunnen scheitert meistens am Wasser“, resümierte Michael Kienzer im Verlauf eines weiteren Künstlergesprächs im Forum Stadtpark. Es bestanden aber auch noch andere Gründe, die dazu führten, dass etliche Brunnenprojekte Kienzers nicht verwirklicht wurden. Mit Argumenten um die öffentliche Sicherheit begründete etwa die Stadt Graz einen – zugegeben recht kühnen – Entwurf aus dem Jahr 1998 mit dem vergleichsweise schlichten Titel Fluss: Einem Auftrag des Grazer Hoteliers Helmut Marko zur Gestaltung eines Brunnens im Bereich des Centers am Kai (Sackstraßen-Spitz) entsprach Kienzer mit dem Konzept einer riesigen Wasserfontäne über dem Kreuzungsbereich Franz-Josef-Kai und Sackstraße, die er als „Tor zur Innenstadt“ verstand und die ihrem Charakter nach weniger dem Bild des Springbrunnens folgte, als vielmehr dem eines Rohrbruches oder eines Feuerwehreinsatzes. Ein weit weniger nachvollziehbares Sicherheitsrisiko stellte offenbar auch das Konzept eines Duschbrunnens für den neu gestalteten Färberplatz im Jahr 1992 dar. Als Zitat einer Brausenanlage des Wiener Gänsehäufels sollten sieben kreisförmig auf einer perforierten Grundplatte angeordnete Brauseköpfe abwechselnd durch Zufallsgenerator aktiviert werden, jedoch – zu gefährlich! Den Brunnenwerken widmete Kienzer infolge weiterhin seine Aufmerksamkeit und entwickelte in den Jahren 2002 bis 2004 ein ebenfalls nicht ausgeführtes Werk als großen Regenschirm unter (!) dem bei Schönwetter Wasser fließt, bei Regen allerdings sollte der Brunnen abgestellt sein und als Regendach dienen. Zwischendurch uferten die Kienzerschen Brunnen ein bisschen aus und gingen nun eindeutig in den Konzeptbereich über: Einmal pro Tag etwa könnte ein Hubschrauber in der Mur einen Wassercontainer füllen, um ihn darauf an verschiedenen Orten der Stadt zu entleeren oder die Berufsfeuerwehr rückte mit dem Löschwagen, quasi als Einsatzbrunnen, an ... Bis schließlich im Sommer dieses Jahres, in Zusammenarbeit mit Markus Wilfling, der Schwimmende Brunnen im Hof des ehemaligen Dominikanerklosters in der Dreihackengasse in privatem Auftrag realisiert werden konnte. Drei kreisförmige flotierende Becken schwimmen hier im eigenen im Brunnenwasser.

Michael Kienzer wurde 1962 in Steyr geboren, absolvierte die Kunstgewerbeschule in Graz und die Hochschule für Angewandte Kunst, wo er bei Bruno Gironcoli Bildhauerei studierte. Kienzers plastische Arbeiten stehen vielfach in Bezug zu gestischer Malerei, zu sehen etwa an Objekten wie miteinander verklebte Glasplatten. Diese immer noch transparenten Plastiken erhalten durch die Lineatur des wie malerisch aufgetragenen Klebers eine grafische Binnenstruktur. Das grafische Element als „Zeichnung im Raum“ wird auch durch große Knäuel aus Aludraht transportiert, wie Kienzer sie beispielsweise im Land-Art-Areal um das Schloss Gleinstätten (initiiert durch die Akademie Graz) installiert hat. Diese Parasites sollen hier im Lauf der Zeit von der Vegetation durchwachsen werden, wobei der Titel mehrfach interpretiert werden kann, nämlich als Über-Ort beziehungsweise in Anspielung auf eine parasitäre Wechselbeziehung zwischen Kunst und Natur. Ein ähnliches Knäuel aus 12 Kilometer Aludraht, betitelt als Zeichnung, dominierte dagegen den Ausstellungsraum im Wiener Mak während Kienzers Personale Neue Immobilien im heurigen Frühjahr. Das „Gedanken leicht verpackt werden können“ demonstrierte er hier mittels eines schwarzen Ballons von zwei Metern Durchmesser, der heliumgefüllt hoch in der Säulenhalle des MAK schwebte dabei jedoch mit sehr profanen schwarzen Klebebändern herniedergepickt blieb. Der visuelle Eindruck gegenüber diesen leichten Materialien war der einer massiven, statischen Plastik oder Skulptur, die solcherart äußerst immobil erschien. Auch der Titel verwies deutlich auf die ideelle oder immaterielle Qualität des Werks als Konstrukt.

Wenzel Mracek

 

 

  Glanzloser Kulturkreis


Im Vorfeld der Landtagswahlen lud die IG Kultur Steiermark zu einem Podiumsgespräch in der Galerie remixx, um den Kulturverantwortlichen aller wahlwerbenden Parteien Gelegenheit zu geben ihre „Kulturpolitischen Perspektiven“ vorzustellen. Michael Petrowitsch moderierte den „Diskurs“ vor einem leider eher spärlich erschienenen Publikum in der Hoffnung, den Diskutanten konkrete Aussagen zu ihren kulturpolitischen Handlungsansätzen und Angeboten für die Kunstpraxis abzuringen.

Mehrere wichtige Themenkomplexe kristallisierten sich schnell heraus, kontrovers diskutiert wurden aber nur wenige. Die Kunststudentin Eva Schantl von den Parteifreien eröffnete den Reigen und brach ihre Lanze für die Freie Szene und mehr Kultursponsoring bei einem gleichzeitig deutlicheren Profil der Kulturservicegesellschaft (KSG). Magda Bleckmann (BZÖ) forderte mehr Nachhaltigkeit von den Landesausstellungen und sprach sich lobend über das neue Landeskulturförderungsgesetz aus. Beide Standpunkte blieben von den anderen Kandidaten weitgehend unwidersprochen.

Anne Marie Wicher (VP) gab sich selbstbewusst staatstragend und postulierte das Recht des Künstlers zu provozieren, um „der Gesellschaft/Politik einen Spiegel vorzuhalten“. Kulturpolitik soll ihrer Meinung nach „Zugänge schaffen und Freiräume für KünstlerInnen schaffen“. Als Früchte des bisher schon „sehr erfolgreichen Wegs“ führte sie die Initiativen Theaterland, Filmland und Architekturland Stiermark auf. Die KSG solle mehr zu einer Verschränkung von Kunst und Bildung beitragen, etwa mit einem Mentoring für Kulturschaffende. Auch Ilse Reinprecht (SP) ist stolz auf das neue Kulturförderungsgesetz, fordert aber Transparenz beim Rundfunkschilling, der bisher in Höhe von immerhin vier Millionen Euro vom Kulturreferenten als „Trantscherlgeld“ benutzt worden sei. Diese Mittel sollten in Zukunft nach ihrem konkreten Verwendungszweck ausgewiesen werden. Sie macht sich auch stark für einen zweijährigen Rhythmus der Landesausstellungen sowie alternierend dazu ein Fest der Regionen nach oberösterreichischem Vorbild, das besser dazu geeignet sei, nachhaltige Projekte umzusetzen. Wenig hat sie an der Gratis-Eventkultur auszusetzen, die ja „schließlich dazu dient, Menschen an die Kultur heranzuführen.“

IG-Kultur-Sprecher Michael Petrowitsch im Podiumsgespräch mit den KultursprecherInnen Eva Schantl (parteifrei), Magda Bleckmann (BZÖ), Anne Marie Wicher (ÖVP), Ilse Reinprecht (SPÖ), Georg Fuchs (KPÖ), Astrid Hofmann-Wellenhof (Liste H.), Gerhard Kurzmann (FPÖ), Edith Zitz (Grüne)

Kritischer äußerte sich Georg Fuchs (KP) zu diesem Thema, der den Kulturbereich von „Großevents, Nutzung für Tourismus und generalstabmäßiger Planung“ geprägt und letztlich auch bedroht sieht. Gerhard Kurzmann (FP) sieht wie Reinprecht akuten Handlungsbedarf bei der Landesbibliothek, die seit Jahren budgetär ausgetrocknet wird. Wahres Entsetzen bekundete er dagegen hinsichtlich der „Verherrlichung von Terror gegen Menschen“ durch die RAF-Ausstellung, ebenso wie er die „Zerschlagung“ der Alten Galerie anprangerte.

Unverblümt outete sich Astrid Hofmann-Wellenhof (Liste H.) als kulturelle Außenseiterin und gab zu verstehen, dass ihrer Meinung nach „Politik sich nicht in die Kultur einmischen“ sollte. Sponsoring hält sie für ein wenig vertrauenswürdiges Konzept, habe sie doch „kürzlich im Gang ihrer Schule eine Tamponwerbung gesehen“, was sogar den im Publikum anwesenden Helmut Strobl ein Lächeln und ein gemurmeltes „schrecklich, schrecklich!“ entlockte. Die gewohnt wortgewandte Edith Zitz (Grüne) geißelte den Proporz bei den Landesausstellungen und machte sich für eine transparente Förderungskultur stark, in der jeder der Institutionen Landeskulturbeirat, Kulturreferent und Evaluierungskomission klar definierte Rollen zukommen sollen: Denn „der Landeskulturbeirat kann nur bei zeitgerechter Information etwas diskutieren und vorher entscheiden“, wie er auch im Fall der KSG in der Entscheidungsfindung ausgespart wurde. Zitz schloss mit einem Plädoyer für die öffentliche Kunstförderung: „Die steuerliche Absetzbarkeit ist zweischneidig: Kulturprojekte, die nicht affirmativ sind, haben keine Chance auf Sponsoring.“ Beispiel: der von der ESTAG gesponserte Jazz-Sommer– nach Ansicht von Zitz nicht gerade sehr initiativ.

In der Diskussion wurde die Ressorttrennung von Hoch- und Volkskultur als Fehlentwicklung eingestuft, außerdem wurden aus dem Publikum Zweifel an der Sinnhaftigkeit der KSG-Initiativen wie „Carmen“ laut. Petrowitsch: „Der KSG fehlt offenbar ein 'Masterplan‘ für die freie Szene.“

– js –

 

 

 

 

  SubSYSTEME - Retrospektive auf das Lebenswerk von W. W. Anger


Dem im Vorjahr verstorbenen Grazer Künstler W. W. Anger widmen die Minoritengalerien im Grazer Priesterseminar eine groß angelegte Ausstellung zu dessen Lebenswerk.

Die Kuratoren Werner Fenz und Johannes Rauchenberger haben in Zusammenarbeit mit dem Team ARGE W. W. Anger – Familie und Freunde des Künstlers – auf einer Fläche von mehr als tausend Quadratmetern die bisher wohl größte Einzelausstellung im Priesterseminar unter dem Titel subSYSTEME. Die Retrospektive eingerichtet.

Homebase for Outer Space, 1999

W. W. Anger beschäftigte sich in seinem hier gezeigten Hauptwerk seit den frühen 1980er-Jahren mit Fragen der Soziologie, der System- und Kommunikationstheorie, des Strukturalismus in Nachfolge Claude Lévi Strauss’ und des radikalen Konstruktivismus Heinz von Försters – vielfach auch in Bezügen, die das Thema des Steirischen Herbst, die Stadt, betreffen. Wie die Recherchen der Ausstellungsgestalter zeigen, reichten etliche seiner Installationen an theoretische Positionen heran, wie sie gegenwärtig von Stadtforschern erörtert werden und wie sie etwa im letzten Kunsthaus-Jour Fixe von Rainer Münz und Marco de Michelis (siehe Artikel in diesem KORSO) diskutiert wurden, wenn Münz beispielsweise anführte, dass private Bereiche der so genannten „Zwischenstädte“ sich heute auf ein schmales Spektrum zwischen Eigenheim und Automobil beschränkten. Wie eine physische Manifestation erscheint unter solchen Gesichtspunkten W. W. Angers Arbeit Vorstadt DNS aus dem Jahr 1999. Die Nachbildung einer ansteigenden Helix ist jeweils abwechselnd von Häusern und Autos besetzt.

Die Auseinandersetzung mit utopisch anmutenden Habitaten, zugleich eine Zwischenposition von Mikro- und Makrosicht, führte W. W. Anger fort in komplexen Installationen wie dem titelgebenden Subsystem / Zellteilung #1-7/ Anorganische Materie 3, das erstmals 2001 im Joanneum-Ecksaal gezeigt worden war. Die (Un-)Möglichkeit adäquater Architektur zwischen existenziellen Lebensformen und Wunschvorstellungen führte er mittels vielteiligen Werken wie Homebase for Outer Space (1999), Closed Cirquid (2001/2002) oder grafischen Positionen wie Headquater vor, letztere wurde 1998 in der Neuen Galerie von Peter Weibel präsentiert.

Unter den 29 in der Ausstellung gezeigten, teils korrespondieren Arbeiten befindet sich auch W. W. Angers sehr plausibler Versuch, Martin Heideggers Aufsatz Der Ursprung des Kunstwerks mittels plastischem Werk zu interpretieren: Das Ding? (1992) steht für die Suche nach Qualität und Position des Kunstwerks inmitten einer Produkt- und Warenwelt.

Angesichts dieser Retrospektive auf ein Werk, das ganz offensichtlich dem Vergleich mit zumindest überregionalen Positionen der Gegenwartskunst standhält, stellt sich die Frage, warum ein Künstler dieses Formats erst durch den ehrenamtlichen Einsatz eines Personenkomitees durch einen quasi posthumen Freundschaftsdienst die ihm entsprechende öffentliche Aufmerksamkeit erfahren darf, die ihm, aufgrund offensichtlicher Ignoranz von Galeristen und Kulturinstitutionen, zu Lebzeiten verwehrt geblieben ist. Aber selbst noch der diffizile Aufbau dieser Werkschau musste in Eigeninitiative von der ARGE W. W. Anger, unter Leitung von Arnold Reinisch und Heinz Schubert, besorgt werden.

Durch Unterstützung der Steirischen Kulturinitiative, der Kulturabteilung des Landes Steiermark und des Kulturamtes der Stadt Graz erschien nun das Werkbuch W. W. Anger. subSysteme (ISBN 3-85252-701-5) in der Bibliothek der Provinz; herausgegeben von Werner Fenz und gestaltet von Dietmar Jakely und Hilde Königshofer, beleuchten Texte von Renate Stadlhofer-Wagner und Oliver Wagner, Wilhelm Hengstler, Walter Titz, Johannes Rauchenberger, Wenzel Mracek und ein Werkverzeichnis von Evelyn Kraus Leben und Werk von W. W. Anger.

Elmar Ranegger (Salon Deluxe) gestaltete eine Ausstellungsdokumentation als Film auf DVD, erhältlich in der Ausstellung und auf Anfrage über elmar@salondeluxe.at. Die ARGE W. W. Anger sucht für die Zeit nach der Ausstellung langfristig verfügbare Depotmöglichkeiten für die Werksammlung W. W. Anger. Hinweise sind erbeten unter wenzel.mracek@korso.at

Katharina Gabalier

Module, 1995/96


 

  Eine Reise zum dritten Ort


Drei verschiedene Lesungen an einem Abend. Mit möglicherweise drei verschiedenen Temperaturen in einer Nacht. Im Reisebus von Graz nach St. Lambrecht – im Markt-Café in St. Lambrecht – im Fischkalter des Klosters ebendort. Und eine Installation am dritten Ort.

Das Vorhaben: den Roman von Thomas Stangl „Der einzige Ort“ (2004, Droschl) und eine Installation von Ed Gfrerer „Schiffbruch auf hoher See“ im Fischkalter des Klosters St. Lambrecht in eine Zwiesprache zueinander zu bringen – ein Muster nutzbar zu machen, welches dazu einlädt, das Nahe und das Ferne je aus der Ferne und der Nähe zu betrachten und zu denken – in den Worten des Autors formuliert es sich wie folgt:
„... ein Dreieck von Orten, durch einen Fluß verbunden; ein fast zufälliger Schnitt durch das Erleben, das Gedächtnis, das Erzählen; eingeschleustes Fremdes, ein eingeschleuster Fremder; zwischen den Sprachen sprechen.“

Was Thomas Stangl in „Der einzige Ort“ den Lesern wie Leserinnen an Aufbrüchen und Störungen zumutet, wozu er uns ermutigt, diese Erfahrungen könnten sich als nützlich erweisen auf Reisen aller Art: ob Butterreise oder Fernreise; wohin immer sie führen, wen immer sie zusammenbringen; auf möglichen, ja sogar unglaubwürdigen Reisen, wie sie mit und dank Ilse Aichinger denkmöglich geworden sind; oder, in diesem Fall, auf einer Reise zu E. d Gfrerers Fischkalter-Installation in St. Lambrecht.

Termin und Ablauf: 25. Oktober 2005
Bustransfer (8 Euro) mit Lesung ab Lendplatz Graz, 18 Uhr, vor Hotel Mercure / Reservierung bitte unter 0676-39 76 225
Lesung im Markt-Café in St. Lambrecht ab 19 Uhr – Lesen in und Lagern um den Fischkalter des Klosters ab 21 Uhr – ca. 23 Uhr/Rückkehr nach Graz
Idee + Durchführung: Markus Gfrerer | Veranstalter: lambeart

 

 

 

Freies Forum Stadtpark – Es funktioniert é


Ganz Graz ist Steirischer Herbst. Ganz Graz? – Nein! Das Forum Stadtpark setzt zu seinem ersten souveränen Off-Herbst-Festival an. Warum alles so gut funktioniert, wo doch nichts funktioniert ist der programmatische Titel über einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die Obmann Anton Lederer und sein Team, das Programmforum, konzipierten, nachdem sich die Kooperation mitb Herbst als nicht funktionsfähig erwiesen hatte.

Die Auseinandersetzungen um die Mechanismen des Funktionierens und Nicht-Funktionierens werden in mehrfacher Hinsicht auf Ebenen der bildenden und darstellenden Kunst, unter gesellschaftlichen – also politischen – und wirtschaftlichen Voraussetzungen geführt. In allen Bereichen gibt es, wie es in der Programmschrift heißt, „immer bestimmte Interessen, die darauf abzielen, den Schein des Funktionierens aufrecht zu erhalten“, so hat Christian Eisenberger schon einmal das Festivalgeld MARIE entworfen, das zeitweilig als einzig gültiges Zahlungsmittel akzeptiert wird, die funktionstüchtige Wechselstube stammt von Marusa Sagadin.

Bis zum 23. Oktober stehen also noch folgende Punkte auf dem Programm: Dieter Boyer, Gregory Fuller und Jimmy Lee, letzterer ist möglicherweise der lange verschollen geglaubte Bruder von Willie Lee, geben am Dienstag, 11. 10., ab 20.00 Uhr eine Freedom Party. Wovon man sich befreit zu haben glaubt, ist vielleicht schon in der Einleitung dieses Artikels behandelt.

Ein Symposium zum Thema Kunst, Kommerz und Klaustrophobie, jeweils um 14.00 und 18.00 Uhr des 12. und 13. Oktobers arrangierten Christian Bogensberger und Christoph Marek unter Teilnahme u. a. von Robert Pfaller, Hans Platzgumer und Fritz Ostermayer. Auf die theoretische Auseinandersetzung folgt jeweils ab 22.00 Uhr die Praxis im Veilchen.

Tonto Comics veranstalten von 14. auf 15. 10. ein 24-Stunden-Zeichnen bis dass die Stifte rauchen.

Offenbar zufällig – und wirklich in keinem direkten Bezug stehend zu jenem – funktioniert die Ähnlichkeit des Titels zu Michel Houellebecqs neuem Roman in der „Spielsimulation neoliberaler Wirtschaft“: Der Traum von der Insel. Am 16. 10. von 17.00 bis 21.00 Uhr und am 17. 10. von 15 bis 19.00 Uhr leiten Mario Matzer, Andreas Raab und Flo Rüdisser eine „sinnlich nachvollziehbare Erfahrung von Wirtschaftsabläufen und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt und das eigene Lebensgefühl“ in einem Parcour, in dem die TeilnehmerInnen versuchen, durch strategisches Spielgeschick in den Genuss eines Inseldaseins zu gelangen. Bis zu 80 Personen können gleichzeitig an diesem Spiel Teilnehmen und bis zu 300 an einem Tag.

Am 18. 10., ab 9.00 Uhr eröffnet Christian F. Schiller die in-dust.bar und bietet 24 Stunden lang beton(ier)ten musikalischen Hörgenuss.
Filme und Tonspuren zur Appropration inklusive Vortrags präsentieren am 19.10. ab 19.00 Uhr Achim Lengerer und Albert Sackl unter dem Motto verwandlung des fremden in ein eigenes, zueignung ist also das unaufhörliche Geschäft.

Die famosen Rabtaldirndln feiern am 19. 10. ab 21.00 Uhr mit einer Theatergala 15 Jahre Rabtaldirndln. Rebellen und Rebellinnen treffen einander am 20.10. um 14.00 Uhr zu einer Gesprächsrunde mit Hermi Ria Grabner. Ein Funktionscheck im Bereich der bildenden Kunst führen ebenfalls am 20., ab 19.00 Uhr, Josef Schützenhöfer und das Videokollektiv m2kg nach einem Konzept von Herwig Höller durch. Bernd Luef und das Jazztett Forum Graz führen am 21. 10. um 19.00 Uhr und am 22. 10. um 16 Uhr die Komposition Dendriten auf.

Den Abschluss der multidisziplinären Funktionsüberprüfungen bildet ein Literaturabend – entsprechend der Wankoschen Maxime – voller Auftragsliteratur zum Thema Wir funktionieren uns zu Tode unter der Schirm-Herrschaft von Martin G. Wanko und der Teilnahme von Helwig Brunner, Jürgen Benvenuti, Olga Flor und vielen anderen in der musikalischen Untermalung von The Base und Filmeinspielungen von MacGuffin.

Rebel Yell! wm

Informationen unter www.forumstadtpark.at


 

  Mobile Kommunkation versus immobile Architektur?


Mit der Frage nach der urbanen Kommunikation von morgen setzte sich eine Diskussionsveranstaltung, zu der Peter Pakesch ins Kunsthaus Marco de Michelis, Kurator der aktuellen Ausstellung im Kunsthaus, „M Stadt“, Hannes Ametsreiter, Kommunikationsexperte und Marketingleiter von A1, und den international renommierten Architekturprofessor und Medientheoretiker am MIT, William J. Mitchell, geladen hatte. Die Runde wurde von Josef Broukal moderiert.

Im Vordergrund der Gespräche standen die radikalen Veränderungen, die die mobile Kommunikation schon gebracht hat und noch bringen wird: ein Thema, dem ohne Zweifel ein mitreißendes Potential an Utopien und Visionen offen steht. Urbanes Leben ist gekennzeichnet von intensiver Kommunikation und einem dichten Netz von Interaktionen.

Die radikalsten sozialen und kulturellen Veränderungen unserer Zeit werden durch Innovationen der Technologie verursacht. Wir leben im Zeitalter der Computerrevolution, deren gesellschaftliche Auswirkungen anfangs längst nicht abzuschätzen waren. Niemand konnte in den 80er-Jahren, als es die ersten Mobiltelefone gab, auch nur im Entferntesten absehen, welch unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags sie dereinst würden, meinte Ametsreiter. Und kaum sei das Handy allgegenwärtig geworden, überhole es sich selbst permanent durch neue Funktionen. Handys seien eigentlich leistungsfähige Computer im Taschenformat und die nächste Handygeneration wird Speicherkapazitäten von 1 bis 4 Gigabyte haben.

Die Diskussion machte klar, dass sich die Architektur auf einer anderen Ebene entwickelt. Auch wenn sich die Gestaltung von Gebäuden verändert und amorphe Formen aufgreift (wie das Kunsthaus), so ist ihre Funktion seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden unverändert, oder zumindest keinen dramatischen Veränderungen unterlegen, meinte Architekt Marco de Michelis, der zur Illustration dieses Gedanken das Kunsthaus in seiner Grundfunktion mit einem Renaissancebau verglich.

Die physische Struktur von Stadt sei in erster Linie immobil und statisch, während die Kommunikationsflüsse wie ein künstliches Nervensystem durch den urbanen Raum ziehen und dessen Dynamik bestimmten, sagte William Mitchell. Das dramatischste Potenzial an tief greifenden kulturellen Veränderungen durch Innovationen in der Kommunikationstechnologie ortet Mitchell in der Verschränkung von realem Raum und dem Cyberspace. Diese schon deutlich spürbare Entwicklung werde eine völlig neue Dynamik von intellektuellen Strategien hervorbringen. Auch für die Architektur bieten sich durch technologische Möglichkeiten neue Gestaltungs- und Funktionsräume.

Aus dem Publikum wurde kritisch angemerkt, dass in der Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten, die die Mobiltelefonie in der Zukunft bieten wird, der Kontext der Urbanität etwas kurz gekommen sei.

Mitchell ging abschließend auf die Frage der Verbindung von Architektur und Informationsdisplays ein, eine Entwicklung, die die Fassade im herkömmlichen Sinn verschwinden lassen könnte. Damit eröffne sich auch die vordringlich ideologische Frage, wie diese neuen Räume auch abseits der Werbeeinschaltungen genutzt werden können. Die Veranstaltung wirft die Frage auf, wie sich Architektur und Technologie der Zukunft vernetzten werden.

Eva Martischnig

Mag. Eva Martischnig ist Kunsthistorikerin u.a. Mitarbeit an Webprojekt und Buch Off_Site zur Kunst im öffentlichen Raum von Graz

 

 

  Zwischen Godard und Kabarett


Anders als in den Jahren zuvor verzichtete der steirische herbst heuer auf ein aufwändiges zentrales Bühnenereignis. Diesmal kein modernes Musiktheater von Olga Neuwirth oder Beat Furrer um Identität zu stiften oder die Massen hinzureißen. Nur eine Produktion des TIB mit dem verheißungsvollen Titel Nicht einmal Hundescheiße, auf einer Wiese nahe der Radetzkybrücke, und später im Dom im Berg von der Gruppe She She Pop eine nachgestellte gruppendynamische Erfahrung Lagerfeuer, ganz spät am Abend schließlich ein offizieller, geradezu übertrieben lustloser Empfang im Kunsthaus bei Liptauerbrot, Milchwecken und kalten Getränken.

Opera / Werke: bestuhlung. Los Angeles, Downtown, 4thStreet / Merrick Street, Parking Lot, 2001, Photo: Maria Trzan

Beide Produktionen, Hundescheiße und Lagerfeuer, hatten viel Schönes, schleppten sich aber gelegentlich trotzdem ziemlich dahin, beide stellten sie Material, Episoden, Einfälle über ein Genre zusammen. She She Pop betrieb gruppentherapeutische Spielchen am tatsächlich lodernden Gas-Lagerfeuer mit dem Ziel einer neuen Gemeinschaft; dem TIB ging es um eine Filmemacherin, die zu dem „Portrait ihrer Generation“ hintereinander drei Passantinnen befragt. Der TIB-Text von Pia Hierzegger flippt flapsig zwischen dramatisierter Statistik und Zeitgeist, zusammengehalten durch die schnörkellose Inszenierung von Helmut Köpping.

Der Bühneneinfall ist das Beste: Das Publikum sitzt an den schalldichten Fenstern eines Büroraumes im ersten Stock, blickt durch schalldichte Scheiben über den sparsamen Straßenverkehr hinab auf die Wiese gegenüber, wo hintereinander drei Passantinnen mit einer Filmemacherin, hörbar über Funk oder Playback, ihre Lebensthemen abhandeln: Mord als d i e Fortpflanzungsstrategie, Sammelleidenschaft als Reisemotiv und Flugangst. Auffallend war, wie interesselos die Passanten durch die Aufführung schlenderten, faszinierend die intensive Nähe zu den Darstellern, die so fern und via Funk den Zusehern bzw. -hörern doch so nah waren, großartig die banal-dramatischen, durch den Straßenverkehr eines wolkenverhangenen Samstagnachmittages generierten Zufallsbilder. Aber diese an Godard erinnernden Qualitäten verkleinern sich doch wieder auf Kabarett mit flachen Pointen.

Technisch aufwändig auch She She Pops an sich simples Lagerfeuer, an dem Gemeinschaft mittels Kommunikation via Kopfhörer hergestellt werden soll. Das Ausfassen der Grundausstattung – billiges Bier, Sticker, Kopfhörer – wirkte martialischer, als beabsichtigt. Man durfte Utopisches – Wünsche, Träume und Visionen – ins Mikro formulieren, alles mit dem Ziel ganz neuer Beziehungen und Sozialgeflechte. Für die Teilnehmer der Gruppe, die sich ihrer Funktion als Stichwortgeber bald klar wurden, verlor der schließlich zu lange Abend bald an Dynamik. Songs, schlaue Revueeinlagen, Parodien auf die Hippiezeit, nicht einmal üppige Nacktheit konnten den Eindruck ändern, dass es am Lagerfeuer zu lang und zu heiß wurde.
Die Ansätze beider Aufführungen verstehen sich vor allem ironisch, aber der immer wieder vorgeführte Rückzug in gespieltes Pathos bei She She Pop, dem beim TIB Desengagement und ein bei jeder Verlegenheit diminutiv wirkender Umgangston entsprechen, nehmen beiden Aufführungen viel von ihrer Originalität und vor allem Ernsthaftigkeit. Trotz des Paradoxen als Programm.

Außerdem noch: Herzschritt … dance different, Palais Thienfeld bis 15.10. täglich von 12 – 19 Uhr, Sa 12 – 17 Uhr und mnemonic nonstop, 15. – 17.10., jeweils 20.00 Uhr, im Kristallwerk.

Eine Oper, zerlegt in ihre Bestandteile, nannte Peter Oswald in seiner Präsentation das Werk Peter Ablingers namens Opera / Werke. Der Multiartist Ablinger greift als Gesamtkunstwerker in dieser Produktion unter anderem auf ein Audioarchiv zurück, dass er über 25 Jahre in Graz angelegt hat, woraus sich auch gleich die Frage nach partieller Austauschbarkeit der Städte stellt: Klingt Graz anders, als andere Städte? In sieben Akte zerteilt und über den Stadtraum verstreut also kommt Opera zur Aufführung, nämlich als Der Gesang im ESC im labor (sic.), als Das Orchster in der Helmut List Halle (14. u. 21. 10.) – 60 Instrumentalistinnen bilden eine Phonographie mit dem Recreation Orchester Graz unter der Leitung von Sian Edwards, wobei besagtes Archiv zum Einsatz kommt -, weiters als Das Libretto von Yoko Tawada wiederum im ESC, als Die Handlung im Opernhaus - für jeweils sechs Personen und zehn Minuten -, als Die Kulisse – Installationen im öffentlichen Raum etlicher Grazer Plätze, die, je nach Blickwinkel, typische Grazer Ansichten ausblenden – und hier wollen wir, zugunsten eines rhythmisierten Artikels einen kontrapunktivischen Punkt setzen. Einatmen. – Der sechste Akt, genannt Die Bestuhlung, ist eine weitere Stadtinstallation aus mobilen Sitzgelegenheiten und erinnert ein bisschen an die von der Gruppe InterACT im Vorjahr mit Sitzgelegenheiten ausgestattete Innenstadt und Das Publikum schließlich findet sich hoffentlich am 15. und 22. Oktober zum finalen siebenten Akt ein weiteres Mal in der Helmut-List-Halle ein. Während der Zeit der Aufführung vom 1. bis zum 22. Oktober und danach ist letzteres, das Publikum, aufgefordert zu synthetisieren, Bild und Klang zur Oper zu klittern.

Nichts mit finnischen Männerchören, vielmehr mit der Abstraktion eines vielfach unliebsam gewordenen Phänomens der mobilen Handtelefonie hat das Projekt Brüllen zu tun, das durchaus auch der Stadtoper in die sphärischen Übertragungsspektren geraten könnte: Durch welchen konzipierten Fehler auch immer hören Passanten im öffentlichen Raum der Stadt Graz halbe Telefongespräche mit, also jeweils nur den einen Sprecher, während der oder die andere an einem anderen Ort zu hören ist. Diese Kooperation mit dem Radiosender FM4 entspringt einer Idee sich kryptisch gebender Freunde der Realität. Die scheinbar versehentlich veröffentlichten Gesprächstexte aber stammen von Professionisten wie Kathrin Röggla, Werner Schandor und anderen mehr.

Wilhelm Hengstler / Wenzel Mracek

 

 

Cam around the world


Das internationale Fotoprojekt wurde vor rund 2 Jahren in Graz gestartet, als per Post mehrere Pakete mit einer Poketkamera, Filmen und einem Brief in mehreren Sprachen versandt wurden. Jeweils die erste Adresse war dem Projektteam Bettina Mayer, Regina Webhofer, Conny Spari und Michael Gröller noch bekannt. Im Brief stand die Bitte, mit der Poketkamera im Alltag zu fotografieren, die Filme unentwickelt nach Graz zu senden und das Paket an einen Freund weiterzuschicken. So entstand nach dem Schema eines Kettenbriefes ein unvorhersehbarer Weg der Kameras. Mehr als 1.500 Fotos wurden in Graz entwickelt und 2003 im Palais Thienfeld im Rahmen einer Fotoausstellung erstmalig zugänglich gemacht.

Wesentlich am Ausstellungskonzeptes war, als Projektteam keinen Einfluss auf die fotografischen Produktion oder etwa Zensur vorzunehmen, so wurden alle Fotos chronologisch präsentiert. Das Leben unterschiedlicher Kulturen wurde dabei konzentriert in einem Ausstellungsraum gezeigt und bewusst ohne Hervorhebung einzelner Fotos arrangiert.

In der zweiten Phase dieses Projektes wurde eine Wanderausstellung mit Stationen in Zagreb, Mailand, Madrid und zweimal in Graz gezeigt. Derzeit sind Ausstellungen in Edinburgh und Busan in Korea avisiert. Im Internet ist ein Teil der Fotografien unter www.CamAroundTheWorld.com zu sehen.

 

 

  Palais Attems, Landhaushof, Burgtor


Die Sanierung beziehungsweise Adaptierung des Palais Attems, des Landhaushofes sowie des Burgtors zählen zweifelsohne zu den größeren Bauvorhaben, die die scheidende Landeshauptfrau Waltraud Klasnic in ihrer Funktion als Landesliegenschaftsreferentin im Vorjahr initiierte. Weit fortgeschritten ist die Sanierung des um 1702 errichteten Palais Attems. Die Barockfassade an der Sackstrasse (Ostfassade) ist bereits fertig gestellt, die Sanierungsmaßnahmen an den übrigen Fassaden (Nordfassade und Fassade im Innenhof) werden laut Restaurator Hubert Schwarz bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Kosten für die Sanierung der Fassade betragen voraussichtlich 1,13 Millionen Euro. Zur Innenraum-Sanierung wurde bereits eine Studie in Auftrag gegeben.

Die Verbesserung der Grazer Landhaushof-Fassaden ist voll im Gang. Die Ost- und Westfassade des Hofes wurden bereits fertig gestellt. Der nächste Bauabschnitt umfasst die Sanierung des Arkadenüberganges sowie des Renaissancebrunnens. Diese Vorhaben sind im Bauprogramm 2006 vorgesehen. Die Gesamtkosten wurden mit 750.000 Euro veranschlagt.

In enger Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt wurde auch die Sanierung des Burgtors abgeschlossen. Nachdem Lkw-Fahrer immer wieder die dort bestehende Höhenbeschränkung missachtet hatten und mit ihren Schwerfahrzeugen gegen das Portal krachten, befand sich das Burgtor in einem bereits denkbar schlechten baulichen Zustand. Zusätzlich wird von der Stadt Graz der Asphaltbelag entfernt und durch eine Pflasterung im Durchfahrtsbereich und in den beiden Durchgängen ein dem Originalzustand entsprechender Eindruck hergestellt. Die Gesamtprojektkosten für die Fassadensanierung am Burgtor liegen bei rund 275.000 Euro.

Bereits im Planungsstadium befinden sich weitere Projekte, die das Stadtbild ebenfalls nachhaltig prägen werden: In Vorbereitung ist die Ausschreibung eines Architektenwettbewerbes zur Gestaltung des ersten Burghofes, der in Zukunft vermehrt als Ort für Veranstaltungen und Begegnungen genutzt werden soll. Die Neugestaltung des Burghofes soll im nächsten Jahr umgesetzt werden. Darüber hinaus ist beabsichtigt, anhand bereits vorliegender Studien für die Revitalisierung und Restaurierung der Burgkapelle sowie der gesamten Erdgeschosszone der Burg auch für diese Bereiche konkrete Planungen einzuleiten.

 

 

 

  Die Stadt der Zukunft, die Zukunft der Stadt


Die europäische Stadt sei auf dem besten Weg, ein Auslaufmodell zu werden. Veränderungsprozesse, die erst in den Weltmetropolen sichtbar wurden, sind nun auch in den historischen Städten des alten Kontinents eindeutig zu erkennen, heißt es in den Presseaussendungen zum bereits zehnten Jour Fixe im Kunsthaus Graz. Dem Thema Stadt der Zukunft – Zukunft der Stadt versuchten sich in einer Podiumsdiskussion in der Needle Marco de Michelis, Rainer Münz und der Grazer Stadtrat für Wirtschaft und Kultur, Christian Buchmann, in Moderation von Standard-Chefredakteur Gerfried Sperl anzunähern.

In der Needle (v. l.): Christian Buchmann, Rainer Münz, Marco de Michelis, Gerfried Sperl

Gleich neben der im Aufbau begriffenen Herbst-Ausstellung des Kunsthauses M Stadt. Europäische Stadtlandschaften nahm der Ausstellungskurator Marco de Michelis, Dekan der Fakultät für Kunst und Design am IUAV (Istituto Universitario d‘Architettura di Venezia), Stellung zu einem nach der Hurrican-Katastrophe in New Orleans und dem sich zur Zeit der Diskussion annähernden Wirbelsturm Rita für seine Heimatstadt Venedig neu ins Bewusstsein gerückten Szenario. Klimaforscher schließen, angesichts der Erwärmung des Mittelmeeres, die Bildung von Wirbelstürmen in naher Zukunft nicht mehr aus. Nicht allein für Venedig wären die Folgen ähnlicher Katastrophen, trotz Errichtung eines Deich- und Schleusensystems katastrophal und selbstredend ganz anders gelagert, als das derzeitige Problem der Erhaltung und Restaurierung einer ohnehin im Absinken begriffenen Stadt.

Rainer Münz leitet die Abteilung Forschung der Erste Bank und ist Senior Fellow am Hamburgischen Weltwirtschafts-Archiv. Zuvor war er als Lehrbeauftragter an mehreren europäischen und amerikanischen Universitäten (u. a. Bamberg, Frankfurt, Berlin) tätig. Sein Arbeitsschwerpunkt behandelt Fragen der Bevölkerungsentwicklung und Migration. Angelehnt an das Ausstellungsthema, wobei M für Städte mittlerer Größe wie Graz, Ljubljana, Basel oder Krakau steht, erinnerte er an das plötzlich einsetzende rasante Wachstum europäischer Städte zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Ursachen waren in einer Krise der Landwirtschaft bei gleichzeitiger Industrialisierung zu suchen, die einen enormen Zuzug armer, praktisch mittelloser Menschen in die Städte zur Folge hatten. In dieser Zeit entstand die derzeit in historischer Aufarbeitung begriffenen Disziplin der Stadtethnologie – und Münz’ Darstellung wäre hier zu ergänzen – durch die grundlegenden Arbeiten des Journalisten Henry Meyhew und des Geschäftsmannes Charles Booth, die sich an die Wild Sides des Londoner East Ends begaben, um die Lebensbedingungen einer Bevölkerungsschicht zu dokumentieren, die im Bewusstsein der bürgerlichen Bevölkerung bis dato faktisch nicht existierte. Diese Studien zogen massive städtebauliche Veränderungen nach sich und begründeten ähnliche Unterfangen wie die in Wien und Berlin in der Zeit von 1904 bis 1908 herausgegebenen Großstadtdokumente unter maßgeblicher Mitarbeit etwa von Max Winter und Felix Salten. Die Großstadtdokumente wiederum wurden zur dokumentarischen Grundlage für die Gründung der Chicago School of Sociology.

Hinsichtlich gegenwärtiger Entwicklungen stellt Münz eine Ent-Urbanisierung fest, indem sich eine Tendenz abzeichnet, nach der Vertreter der Mittelschicht danach streben, in der Stadt zu arbeiten, aber an den ehemaligen Peripherien der Stadt zu leben. Diese politisch wie gesellschaftlich durch Pendlerpauschalen und Eigenheimförderungen ermöglichte Situation führte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Bildung von Zwischenstädten, die Kategorien von Peripherie oder Stadtzentrum obsolet machten. Hinzu kommt eine interdependente Entwicklung, die Einkaufszentren zu Nahversorgern der Zwischenstädte erhebt, außerhalb der ehemaligen Stadtzentren werden Bahnhöfe und Flughäfen mit dem Charakter von Shopping-Malls ausgestattet. Daraus entsteht eine neue Form dezentraler Urbanisierung, für die man eine neue Kategorie des Sprawls (sich ausbreitender Raum) gefunden hat. Strukturen von vormals unterschiedenen Qualitäten wie Stadt oder Land werden nivelliert.

Tatsächlich, führt de Michelis aus, ist unter oben beschriebenen Bedingungen ein Schrumpfen der Städte zu beobachten. Die Ausstellung M Stadt behandelt unter diesen Gesichtspunkten also nicht das Pittoreske, sondern untersucht Stadtentwicklungen unter dem Einfluss von Migrationsphänomenen, temporärem Wohnen und allgemeiner Fluktuation anhand künstlerischer Positionen.

Angesichts des Urban-Sprawl und der sich in ihren Strukturen immer ähnlicher werdenden (mittleren) Städte Europas sieht Rainer Münz die Chancen neuer Individualisierung allein durch Innovationen in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kunst – oder allgemeiner Kultur – gegeben. Gerfried Sperl ergänzte um das Kriterium der Know-How-Stadt als Entwicklungszentrale innovativer Technologien, worauf Stadtrat Christian Buchmann reagierte und sich auf eine Studie von Joanneum Research berief, die folgend auf das Kulturhauptstadtjahr in Auftrag gegeben worden war: Demnach besteht in Graz eben jenes künstlerische Potential, das besagte Innovation und Individualität befördern kann und das Buchmann durch „Kompetenzgruppen“ in Verbindungen von Universität, Wirtschaft und Kunst forcieren will, um den Charakter der Stadt zu modellieren. - Geht das Kamel nun durch das Needle’s Eye?

Wenzel Mracek

 

 

  „Die Haut zum Markte …“


... tragen in ihrer ersten Ausstellung in einer kommerziell orientierten Galerie Friederike J. Nestler-Rebeau und Norbert Nestler im KunstRaum der Galerien Kunst&Handel und remixx. Fremde und eigene Körper sind die Protagonisten, einer Reihe von Einzel- und Gemeinschaftsarbeiten des Künstlerpaares um ein Thema, in dem nach Peter Weibel die Haut zur „Dramatis Personae“ wird. Ornamentale Strukturen, basierend auf Fotografien von Körperteilen, vor allem aber in einem Makrobereich von Haut, wurden schon 2002/2003 in Montagen zur Serie der Skinwalls arrangiert. In neuen Arbeiten baut Friederike Nestler-Rebeau aus Detailabbildungen neue Körperbilder als Körpercollagen aus Körperprojektionen.

Jeanne > < Norbert (1981) 2005

Norbert Nestler dagegen zeigt eine Serie von Movings, die auf Fotografien von Tanzszenen beruhen, entstanden in der Belichtungszeit von einer Sekunde direkt vom Fernsehbildschirm. Die verschleiert wirkenden Figuren dieser Langzeitbelichtungen vermitteln spezifische Faktoren plastischer Darstellungen wie sie etwa für Umberto Boccionis Urformen der Bewegung im Raum signifikant sind: Körper in Zeit und Raum. Norbert Nestler versteht diese auf C-Print produzierten Arbeiten als „Bildskulpturen“ im Sinn eines erweiterten Begriffs der Plastik oder Skulptur. Gemeinsam erarbeitete das Paar seine Portraittrophäen, die aus gegenseitiger „fotografischer Häutung“ schon 1981 hervorgingen und nun als C-Prints Jeanne und Norbert neu aufgelegt wurden.

Die Haut zum Markte tragen, ein Grazer Doppelportrait ist bis zum 31. Otkober im KunstRaum im Grazer Palais Trauttmansdorff, Bürgergasse 5, zu sehen. Im Rahmen von Noturno am 22. Oktober leitet Ursula Riederer, mit Beginn um 19.00 Uhr, ein Künstlergespräch mit Nestler-Rebeau & Nestler im KunstRaum.

Wenzel Mracek

 

 

  Manfred Willmann – Fotograf und Beobachter


„Mein Leben ist das eines Beobachters der Oberfläche des Vergänglichen. Ist an der Oberfläche etwas zu sehen, dann genügt es mir. Das Blau des Himmels, der schmutzige Schnee im Winter, die Tränen auf einer Wange.“ So zitiert der Autor Georg Schöllhammer den Fotografen Manfred Willmann im gleichnamigen Katalog, der zur Ausstellung Werkblick in der Neuen Galerie erschienen ist, einer Über-Schau des in mehr als dreißig Jahren gewachsenen Werks des Herausgebers und Mitbegründers der Camera Austria.

Manfred Willmann < Fischsuppe, aus: Die Welt ist schön, 1981-1983

Im Zentrum dieser von Peter Pakesch erstellten Personale stehen Willmanns Hauptwerke, die Serien Schwarz und Gold der Jahre 1979 bis 1981, Die Welt ist schön (1981-1983) und Das Land, einer seit 1981 als Prozess angelegten Serie von Fotografien zu Landschaft und Menschen der südlichen Weststeiermark. Der erzählende Charakter dieser Bildserie belegt auch die Anteilnahme des Autors wie in einer Umkehrung des Selbstporträts.
Ganz anders frühe Arbeiten Willmanns, die in einem Kontext zur konzeptuellen und erweiterten Fotografie stehen und Probleme der Darstellung durch das Medium und Kritik an den Methoden thematisieren wie in den Kontaktporträts oder in Selbstporträt (1972), als lebensgroße, wenngleich fragmentarische Abbildung des eigenen Körpers in Gegenüberstellung von Kleidung und Gebrauchsgegenständen. Neueste Arbeiten wie die Serie Finger (2005) führen zur Verunsicherung des Betrachters, indem Makroaufnahmen von eigentlich leichten Beschädigungen und Verletzungen an eigenes Erleben und Körpergefühl appellieren.

Wenzel Mracek

Manfred Willmann: Werkblick ist bis zum 1. November in der Neuen Galerie zu sehen | Informationen unter www.neuegalerie.at

Der Katalog Werkblick (herausgegeben von Peter Pakesch, ISBN 3-86560-011-5) ist im Verlag der Buchhandlung Walther König erschienen und versammelt Texte von Peter Pakesch, Jörg Schlick, Maren Lübbke-Tidow, Hripsimé Visser, Georg Schöllhammer und Katia Schurl.

 

 

 

  The Zwischenraum in Town – Blank im Medienturm


In jeglicher urbaner Architektur finden sich Zwischen- oder Übergangsräume, die sich entweder aus funktionellen Konstellationen oder aber planerischen Notwendigkeiten ergeben. Darunter sind aber auch wirkliche Leerstellen, die sich meist als wenig benutzerfreundlich erweisen. Schon Walter Benjamin vergleicht solche Zwischenräume, Passagen, mit Träumen und es scheint, als manifestierten sich derartige Passagen, Leerstellen und Zwischenräume wie ein architektonisches Unterbewusstes der Städte. Eine Ausstellung im Medienturm handelt von künstlerischen Interventionen und Positionen, die für Interpretationen eben dieser Zwischenräume als Utopien - im Wortsinn Nicht-Orte – steht.

Klaus Schuster, „Medici“ 2003, Lambda-Print

Dreizehn KünstlerInnen aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Österreich, unter ihnen Sabina Hörtner und Klaus Schuster thematisieren in der Ausstellung BLANK. Urbane Zwischenräume das, was am Rand der Architektur zurückbleibt. Klaus Schusters paraphrasiert beispielsweise in der hier abgebildete Arbeit Medici aus dem Jahr 2003 ein Bild des Fotorealisten Franz Gertsch aus dem Jahr 1979, indem er mittels Software nur die Hintergrundarchitektur nachbildet, während er die fünf Protagonisten, aber auch den titelgebenden Schriftzug auf dem Sperrbalken, aus dem Gemälde Gertschs eliminiert – zurück bleibt eine leere Kulisse.

Wenzel Mracek

BLANK. Urbane Zwischenräume im Medienturm, Josefigasse 1/Lendplatz in Graz ist bis zum 26. November zu sehen.
Informationen unter www.medienturm.at

 

 

  Österreichisches Freilichtmuseum Stübing


Veranstaltungsprogramm Oktober 2005

11.10. Haussegenschnitzen
12.10. Haussegenschnitzen 13.10. Kerzenziehen
16.10. Schmiedearbeit
19.10. Geführter Museumsrundgang für Individualbesucher, 10 Uhr 30 (ab 10 Personen, entfällt bei starkem Regen)
20.10. Heizen der Rauchstube, Holznägelschnitzen
22.10. „Spinn, spinn, Spinnerin ...“
Erlernen Sie in diesem Kurs die Faszination des Spinnens, Anmeldung erforderlich, 9 - 16 Uhr
23.10. Kerzenziehen
26.10. Salbensieden, Korbflechten
27.10. Holznägelschnitzen, Rauchstubenheizen

•An Wochentagen wird, wenn es das Wetter zulässt, im Backofen der Ennstaler Baugruppe Brot gebacken.
•Da alle handwerklichen Vorführungen im Freien stattfinden, können sie bei starkem Regen entfallen.

Weitere Informationen: www.freilichtmuseum.at

 

 

  Startschuss für das Grazer „Haus für Musik und Musiktheater“


Lange Zeit wurde das Projekt geplant und vorbereitet. Nun ist für das „Haus für Musik und Musiktheater“ (MUMUTH) der Kunstuniversität Graz (KUG) sozusagen der Startschuss erfolgt: Nach der endgültigen schriftlichen Zusage der Finanzierung durch das Bildungsministerium unterzeichneten Vertreter der KUG (Rektor Otto Kolleritsch und der Vizerektor für Ressourcen, Hermann Becke) sowie der Bundesimmobiliengesellschaft BIG (Geschäftsführer Herbert Logar) am Donnerstag (29. September 2005) den Mietvertrag für das neue Gebäude, das in der Lichtenfelsgasse errichtet wird.

Nach Abwicklung der notwendigen Ausschreibungen für den Bauauftrag sollen spätestens im Frühjahr 2006 die Bagger auffahren. Das Investitionsvolumen beträgt rund 18 Millionen Euro. Eigentümer des Gebäudes mit einer Bruttogeschossfläche von rund 5.500 Quadratmetern ist die BIG, die nach Fertigstellung im Jänner 2008 das Objekt an die Universität vermietet.

Für die KUG stellt das MUMUTH ein seit 1963 immer wieder eingefordertes zentrales Gebäude dar. „Mit der Errichtung des Hauses für Musik und Musiktheater wird ein essenzielles Manko der künstlerischen Ausbildung behoben. Musiktheater und Schauspiel haben nun, wie unbedingt erforderlich, getrennte Gebäude für eine vollgültige Arbeit“, betonte KUG-Rektor Otto Kolleritsch. Geplant wurde das Haus für Musik und Musiktheater vom holländischen Architekturbüro UN studio Ben van Berkel und Bos nach einem international ausgeschriebenen Wettbewerb mit 212 Einreichungen. Das Projekt war bereits als österreichischer Beitrag in der Biennale in Venedig ausgestellt.

 

 

Simon Wiesenthal und die Verfolgung von NS-Verbrechen in Österreich


Am 20. September 2005 starb der Leiter des Dokumentationszentrums des Bundes jüdischer Verfolgter und Initiator des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles im Alter von 96 Jahren. „Kampf um Recht und Gerechtigkeit“ nannte Simon Wiesenthal seine Lebensaufgabe, die ihn in der internationalen Öffentlichkeit bekannt machte. Nach seiner Befreiung aus dem KZ Mauthausen durch amerikanische Truppen im Jahr 1945 widmete sich Simon Wiesenthal der Suche nach NS-Tätern. Sein zentrales Anliegen war es, durch Aufklärung über die Vergangenheit deren Wiederkehr zu verhindern und das öffentliche Gewissen wach zu halten. Einhellige Zustimmung hat ihm dieses Bemühen, besonders in Österreich, lange Zeit nicht eingetragen.
Der seit Jahren um die Aufarbeitung verdrängter Geschichte bemühte Grazer Verein CLIO veranstaltet in Kooperation mit der Österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz am 20. Oktober einen Vortrag der Wiener Historikerinnen Sabine Loitfellner und Eva Holpfer zum Thema: „Simon Wiesenthal, Hermann Langbein und die Verfolgung von NS-Verbrechen in Österreich“.

Termin: Donnerstag, 20. Oktober 2005, 19.00 Uhr
Ort: Jüdisches Kulturzentrum Graz, David-Herzog-Platz 1

 

 

  Soundportal in Concert – im Oktober:


The Movement (DK), Timid Tiger (D), & Cosmic Casino (D)
Do., 6.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium M.A.S.S. (UK), Fr., 7.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium
Bosse (D) & Spillsbury (D) & Dorfdisko (D), Do., 13.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium
Madsen (D) & Muff Potter, Di., 18.10.2005 ab 20:00 Uhr im ppc
Red Lights Flash / Ephen Rian & Rentokill, Do., 20.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium
Alec Empire (Atari Teenage Riot)
Do., 27.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium
Santo Barrio (Latin Ska / CHILE)
Fr., 28.10.2005 ab 20:00 Uhr im Arcadium

Locations ppc: Neubaugasse 6, 8020 Graz | Arcadium: Griesgasse 25 , 8020 Graz
Weitere Infos: www.soundportal.at

 

 

International Noise Conspiracy: „Die Leute reagieren darauf!“
< Leo Kühberger im Gespräch mit Lars Strömberg: „Die Show soll nicht zu Ende sein, wenn der letzte Akkord verklungen ist“


The (International) Noise Conspiracy“ steht wie wenig andere Bands für eine geglückte Verbindung von guter Musik und politischem Anspruch. Als Headliner des Elevate-Festivals machten die „Garage Rock Revolutionaries“ Station in Graz und Gitarrist Lars Strömberg fand Zeit für ein KORSO-Interview
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Wie waren denn deine Eindrücke vom Elevate?

Die Idee hinter dem ganzen Festival ist großartig! Ich hatte auch das Gefühl, dass es sehr gut rüberkam, dass die Leute beides genossen haben, das musikalische und das politische Programm. Das wurde sehr gut zusammengebracht. Elevate unterscheidet sich total von normalen Festivals wie zum Beispiel Nova Rock, denn wenn es dort Diskussionen gibt, dann über das Musikgeschäft, aber es wird nie über die wirklich wichtigen Dinge geredet.

Du hast beim Konzert davon gesprochen Musik und Politik zusammenzubringen. Für mich waren beispielsweise mit 15 die ganzen Deutsch-Punk-Sachen unheimlich wichtig. Wie ist das für euch, welche Reaktionen bekommt ihr von den Leuten, die eure Musik hören?

Zum Teil ist das sicher der Grund, warum wir die Band machen. Es geht genau darum: Wenn du fünfzehn bist, bist du unheimlich beeinflussbar und du suchst etwas. Am Anfang, als ich in diese ganze Punk-Rock-Sache gekommen bin, war ich total verwirrt, weil die eben nicht nur über „Cars and Girls“ gesungen haben. Du willst das dann rausfinden und liest Interviews von Jello Biafra, und er redete dann über all diese Ideen, die so ganz anders waren. Er hat dann über Noam Chomsky oder „Do It Yourself“ geredet, und das war etwas wirklich Inspirierendes. Viele kommen sicher nur mal wegen der Musik, und das ist ok, schließlich machen wir Musik. Die Leute kommen zu unseren Konzerten und sind davon begeistert, und dann hören sie vielleicht auf das, was wir sagen, und sind auch davon begeistert oder überrascht, aber zumindest reagieren sie darauf. Wir bekommen sehr viel Feedback, positives wie negatives, aber die Leute reagieren darauf, und das ist wirklich cool, weil wir ja nicht wollen, dass die Show zu Ende ist, wenn der letzte Akkord verklungen ist, du willst, dass es auf andere Arten weitergeht!

Würdest du sagen, dass sich in den letzten Jahren durch die globalisierungskritische Bewegung etwas verändert hat, zum einen generell, aber auch was die Stimmung auf Musikfestivals betrifft?

Da gab es ganz sicher eine Veränderung! Jeder wusste beispielsweise – das ist jetzt nicht meine Lieblingsorganisation – aber jeder kannte ATTAC, und jedem war das Wort Globalisierung ein Begriff, und die Leute begannen darüber zu reden. Die neunziger Jahre waren das Jahrzehnt der „Single-Issue“- Politik. Da gab es eine Organisation, die für die Rechte der Homosexuellen kämpfte, die andere beschäftigte sich mit Tierrechten oder feministischer Politik. All das waren fantastische Sachen, aber dann begannen die Menschen über die Globalisierung zu reden und sich mit den darüberliegenden Strukturen auseinander zu setzen, den Machtverhältnissen, den ökonomischen Strukturen, also dem Kapitalismus. Das war wirklich großartig, als Seattle, Prag und Göteborg passierten. Die Leute von verschiedenen Organisationen und mit verschiedenen Lebensstilen sind zusammengekommen. Du hattest sowohl christliche und sozialdemokratische Gruppen dabei wie auch die Anarchisten vom schwarzen Block. Das war wirklich positiv und inspirierend! Unser vorletztes Album „A new morning, changing weather“ ist unter dem Eindruck dieser Bewegungen entstanden und war inspiriert von dieser Welle an Hoffnung und die gab es nicht nur in Europa, sondern fast überall. Der große Bruch war dann sicher 9-11. Plötzlich stand die ganze Welt unter Aufsicht, jeder wurde beobachtet und als Outlaw und Terrorist gebrandmarkt. Das war sicher verheerend für die Bewegungen. Wir haben dann auch eine längere Auszeit genommen, mussten uns zurücklehnen, um rauszufinden, wo nun die neue Hoffnung besteht. Es ist jetzt sicherlich schwieriger geworden, aber zugleich sieht es so aus, dass die Bewegungen wieder etwas an Stärke gewinnen und wieder etwas entsteht, Schritt für Schritt. Hoffentlich geht das so weiter!


Das Interview führte Leo Kühberger. Eine ungekürzte Version findet sich als mp3 unter www.freie-radios.net
Mehr zu T(I)NC: www.internationalnoise.com

 

 

  Die ADEVA – ein einzigartiger Verlag stellt sich vor


Seit 56 Jahren gibt es die Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) in Graz. Hinter diesem Namen verbirgt sich aber kein gewöhnlicher Verlag, sondern ein in Österreich einzigartiger, wie es sogar europaweit nur einige wenige gibt: In der Auersperggasse 12 werden Faksimile-Ausgaben (lat. fac simile: mache es ähnlich!) von so genannten Handschriften hergestellt. Handschriften sind Bücher, die vor der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg angefertigt wurden. Die Blätter dieser Handschriften bestehen aus Pergament (speziell behandelte Tierhaut), der Text wurde von Mönchen und Nonnen in reiner Handarbeit geschrieben. Viele dieser Bücher sind auch mit Malereien (sogenannte Miniaturen) verziert worden, von denen manche sogar mit echtem Gold und Silber veredelt wurden.

 

Aufgrund der Schönheit der Schrift und der Buchmalerei, aber auch ihres einmaligen Inhaltes wegen sind diese Werke Kulturdenkmäler unschätzbaren Wertes. Daher ist es ein grundlegendes Anliegen der ADEVA, solche Kulturschätze für die Zukunft zu bewahren und möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Um volle Authentizität zu erreichen, wird eine Faksimile-Ausgabe in ihrem Gesamterscheinungsbild so dem Original angeglichen, dass Unterschiede nur von einem Fachmann erkannt werden können. Mit einer Faksimile-Ausgabe einer mittelalterlichen Handschrift erwirbt man nicht nur ein wunderbares Buch, man holt sich auch ein Stück Geschichte nach Hause in die Bibliothek.

Im heurigen Jahr wird das „Hainricus sacrista-Sakramentar“, entstanden um 1217 in der deutschen Benediktinerabtei Weingarten, faksimiliert. Bei einem Sakramentar handelt es sich um ein Buch, in dem alle Texte und Gesänge aufgezeichnet werden, die in den Messen eines ganzen Kirchenjahres verwendet werden. Besonders wichtige Stellen der Messe und bedeutende Kirchenfeste werden mit einer Miniatur schon optisch vom Rest des Buchinhaltes abgehoben. So hat Maria eine herausragende Bedeutung für die Weingartener Mönche, weshalb Marienfeste mit Miniaturen, die sich auf eine ganze Seite erstrecken, hervorgehoben werden. Als Beispiel ist hier die Marienkrönung zu sehen. In der Mitte des Bildes, auf einem mit echtem Blattgold versehenem Hintergrund, ist Maria zu sehen, wie ihr die Krone aufgesetzt wird. In den vier Ecken sind die vier Evangelisten mit ihren Symbolen zu sehen, zwischen je zwei Evangelisten sind die vier Flüsse des Paradieses dargestellt.

Die zweite Abbildung zeigt den Text eines Kirchengesanges, darüber sind die Neumen notiert, die mittelalterlichen Vorgänger unserer heutigen Notenschrift. Damals wurden alle Messgesänge auswendig gelernt, die Neumen dienten als Gedächtnisstütze für die zu singende Melodie.

Projekte wie das „Hainricus sacrista-Sakramentar“ nehmen einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren in Anspruch, um die entsprechende Qualität einer ADEVA Faksimileausgabe zu erreichen. Im August dieses Jahres wurde die ADEVA vom Hochwasser schwer in Mitleidenschaft gezogen: Die Arbeit vieler Monate wurde zerstört, dennoch haben es die Fachleute des Verlages geschafft, dieses aufwändige Projekt dem Zeitplan entsprechend weiter zu führen. Genaue Planung und die exzellente Arbeit der Fachleute dieses Verlagshauses (übrigens das größte dieser Art weltweit!) machen es möglich, solche einzigartigen Projekte auch unter schwierigen Umständen durchzuführen und so ein Stück bedeutender Buchkultur zu bewahren.

 

 

  URANIA – Herbstschwerpunkte


Die Grazer Urania bietet auch im Herbst 2005 wieder ein breit gefächertes Angebot an interessanten und spannenden Themen von den Naturwissenschaften über Kunst und Kultur bis hin zu philosophischen und historischen Themen:

Unsere Erde Aufbau und Entwicklung (Alfred-Wegener-Gedenkjahr 2005) wöchentlich bis 6. Dezember, jeweils Dienstag Hörsaal VI, Alte Technik, Rechbauerstraße 12/P

top secret – Die Rolle der Geheimdienste in der internationalen Politik (mit Gesellschaft für Politische Bildung, Austrian Center for Intelligence, Propaganda & Security Studies) wöchentlich bis 19. Oktober, jeweils Mittwoch 19.30 Uhr im Hörsaal VI, Alte Technik, Rechbauerstraße 12/P

E=mc2 – Albert Einstein und die moderne Physik, wöchentlich jeweils Mittwoch bis 14. Dezember, jeweils Mittwoch 19.30 Uhr im Hörsaal VI, Alte Technik, Rechbauerstraße 12/P

Adalbert Stifter und die Stimmungslandschaft, wöchentlich jeweils Donnerstag bis 24. November, 18.00 Uhr in der Universität Graz, HS C, freier Eintritt!

Mit Freude in die Schule! – Ursachen und Lösungen bei Lernschwierigkeiten | Leitung: DDr. Karl Isak, iilo, Beginn Donnerstag, 03. November, 4 Abende (3., 17.11 und 1., 15.12.)Do, 18.00 -19.30 Uhr

Infos: Weitere Vortragstermine unter T (0316)-82 56 88 oder (0316)-83 79 85 | www.urania.at

 

 

Exilierte Nobelpreisträger Schrödinger und Hess im „Haus der Wissenschaft“


Österreichische Nobelpreisträger? Allzu viele gab es nicht, und einige von ihnen wurden – wie viele andere WissenschafterInnen – von den Nationalsozialisten ins Exil getrieben.

Um zwei von ihnen – die Physiker Erwin Schrödinger (1887 – 1961) und Victor Franz Hess (1883 – 1964), beide 1938 vertrieben, geht es in einer Ausstellung des Hauses der Wissenschaft der Universität Graz in der Elisabethstraße 27, die noch bis 31. Jänner von Montag bis Freitag 10.00 bis 16.00 zu sehen ist. Gezeigt werden die Leistungen der Nobelpreisträger, aber auch die Zusammenhänge mit aktuellen Forschungen werden deutlich gemacht. In der Sonderausstellung „Was ist Leben“ – Schrödinger beschäftigte sich im irischen Exil mit den Bausteinen des Lebens und formulierte zum ersten Mal die Idee des genetischen Codes – zeigen Grazer WissenschafterInnen den heutigen Stand der Forschung DNA-Animationen, Gen-Chips und Stereobilder. Laser-Mikroskop-Aufnahmen geben Einblick in lebende Zellen.

Infos: T 0316/380-2623 | stefan.riesenfellner@uni-graz.at | Eintritt frei | kostenlose Führungen für Schulungen werden nach Vereinbarung angeboten

 

 

  Die lustigen Weiber von Windsor


Eine komisch-phanstastische Oper in drei Akten nach einem Libretto von Hermann S. Mosenthal nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel. - Kaum eine Theaterfigur verkörpert das Prinzip der Komödie in einer derart prallen Körperlichkeit wie Sir John Falstaff. In einen Waschkorb gezwängt, ins Wasser geworfen, geprügelt und verspottet, wird der dicke, saufende, eitle und schmarotzende Ritter dem allgemeinen Gelächter preisgegeben. Otto Nicolai hat in seiner Shakespeare-Bearbeitung allerdings die Damen als handlungstreibend in den Vordergrund gestellt. Inszeniert hat Michael Schilhan.

Frau Fluth und Frau Reich geben vor, den Avancen Falstaffs nachzugeben, um diesem einen Denkzettel zu verpassen und gleichzeitig den krankhaft eifersüchtigen Herrn Fluth zu kurieren.

Aufführungen in der Grazer Oper am 12., 14., 19. Oktober.
Weiters im Oktober-Programm: Hoffmanns Erzählungen, Peter Ablingers Akte zur Stadtoper Opera / Werke, Crazy for You, Konzert für Österreich (26. 10.) und ein Celloabend im Spiegelfoyer am 31. Oktober. Informationen und Kartenreservierungen unter www.theater-graz.com

 

 

  Schauspielhaus: Premiere „Damals vor Graz“
von Gert Jonke


Gert Jonkes frühes Drama in phantasieösterreichischem Jargon zeigt das Schauspielhaus Graz. Die Uraufführung der Neufassung, mit Premiere am Freitag, 21. Oktober, hat Philip Tiedemann inszeniert. Bühne und Kostüme entwarf Franz Lehr, die Musik stammt von Ole Schmidt.

„Damals vor Graz“ entstand durch eine Begegnung der besonderen Art: Regisseur Philip Tiedemann, bekannt für seine musikalischen Interpretationen von Theatertexten, trifft auf den österreichischen Sprach- und Klangpoeten Gert Jonke. Aus unterschiedlichsten Texten Gert Jonkes montiert Tiedemann eine neue Stückfassung für fünf Spieler. Eine Art Sprachpartitur, musikalisch und rhythmisch durchkomponiert und neu geordnet, erzählt von Reisen in längst vergangene Zeiten. Von Reisen an Orte und Landschaften, die in der Wirklichkeit wie auch in der Phantasie existieren könnten. Von Liebespaaren, die sich finden und wieder verlieren, bevor sie an ihren Ausgangspunkt zurückkehren. Von Graz, der Mur und dem Uhrturm.

Franz Solar, Ernst Prassel und Thomas Kornack in „Was ihr wollt“

Mit einer Neuinszenierung von William Shakespeares romantischer Komödie „Was Ihr wollt“, deren Thema ein Verwirrspiel mit „Geschlechterwechsel“ bildet, eröffnete Intendant Matthias Fontheim die Spielzeit 2004/2005 des Grazer Schauspielhauses.

Schiffbrüchig an die Küste Illyriens geworfen, macht sich Viola in Männerkleidern auf, ihren verschollenen Zwillingsbruder zu suchen. – Als Page wird sie zum Liebesboten und verstrickt sich in einem heillosen Verwirrspiel. Das Wechseln und Verwechseln der Geschlechter und die daraus entstehenden Zustände von Liebe und Wahnsinn sind die Fäden, die diese Komödie zusammenhalten. Matthias Fontheim: „Es ist die äußere Fassade, die Verkleidung, unter der sich die Verliebten verstecken. Oder sich von ihrer besten Seite zeigen wollen. Slapstick und Pathos, große und kleine Tragödien wechseln sich dabei ständig ab – Shakespeares Komödie ist eine permanente Baustelle der Liebe und der Gefühle.“

Cornelia Crombholz inszenierte die Uraufführung „Dein Projekt liebt dich“ von Johannes Schrettle auf der Probebühne: Erika und ihr Freund Holger wollen die Welt verändern, mit Holgers Bruder Milo bilden sie eine revolutionäre Zelle und haben für einen guten Zweck einen abenteuerlichen Coup geplant. Sie schmuggeln im Bauch von Milo Heroin auf eine Insel, um damit ein humanitäres Flüchtlingsprojekt zu finanzieren. Auf der Insel gerät das Projekt ins Stocken, es entgleitet ihnen ihr Ziel. Johannes Schrettles Stück ist eine bestechend scharfe Analyse einer globalisierten Welt, gleichzeitig schildert er mit ironischen Seitenblicken die heutige Generation, die permanent damit beschäftigt ist, neue Konzepte zu entwerfen.

Infos und Aufführungstermine:
Schauspielhaus | T +43 (316) 80 00 | Fax +43 (316) 80 08-1565 | info@theater-graz.com | www.theater-graz.at

 

 

Fels, Eis, Schnee, Pinguine und Bären im Grazer Congress
< Mag. Franz Kerber


Von 9. bis 12. November 2005 findet, mit der Steiermärkischen Sparkasse als Hauptsponsor, das 17. Berg- und Abenteuerfilmfestival Graz statt. Am Programm stehen hochkarätige Filme, die ein breites Themenspektrum abdecken.

„Southern extreme“
heißt jener Film, der im Vorprogramm zum diesjährigen Festival am Mittwoch, dem 09.11. ab 20.00 im Schubertkino zu sehen sein wird. Wenn der Monte Sarmiento in Südchile, dessen Besteigung da gezeigt wird, auch nur 2.404 m hoch ist, so gilt er doch als einer der schönsten und gleichzeitig gefährlichsten Berge. „Von bisher erst 15 Expeditionen ist es nur drei gelungen, den Gipfel zu erreichen“; erzählt Festival-Organisator Robert Schauer. Gründe für das Scheitern sind dabei nicht nur die extremen Wetterbedingungen in Feuerland, sondern auch und vor allem die gruppendynamischen Prozesse, die sich zwischen den unter extremer Belastung stehenden AlpinistInnen entwickeln …
Ein Festival Highlight ist die Welturaufführung von Joachim Eichingers Universum-Produktion über das Gesäuse

Der Mensch in Extremsituationen
– dieses Setting ist paradigmatisch für eine ganze Reihe von Filmen, die beim Festival zu sehen sind. Zum Beispiel auch für „Of Penguins and Men“ eines der Highlights der Schiene „Natur und Umwelt“. Die Dokumentation über das Leben einer Kaiserpinguin-Kolonie gerät auch zu einer Doku des Verhaltens der Menschen, die sich der Beobachtung der Pinguine widmen.
Unter den Abenteuerfilmen stechen besonders jene über die Base-Jumper hervor, die zum Teil an die Grenzen ihrer Existenz gehen wie etwa Felix Baumgartner, der nach 8 Monaten Vorbereitung in eine enge, dunkle Höhle im Paklenica Nationalpark in Kroatien springt
Einer der unbestrittenen Höhepunkt des Festivals ist der Eröffnungsfilm: Die Weltpremiere von Jürgen Eichingers „Universum“-Produktion „Das Gesäuse – Das wilde Gebirge im Osten der Alpen“, das am 10. November um 19.30 zu sehen sein wird.

Erschwingliche Kartenpreise, vergünstigte Anreise
„Dank dem Hauptsponsor des Festivals, der Steiermärkischen Sparkasse, finden wir mit denselben Ticketpreisen das Auslangen wie in den letzten Jahren, sagt Schauer. Bespielt werden wieder alle drei Säle des Grazer Congress, das genaue Programm ist unter www.mountainfilm.com einzusehen. Das ÖBB Event-Ticket bringt eine Ersparnis von bis zu 60% der Anreisekosten für die Anfahrt aus ganz Österreich, der Shuttle-Dienst mit dem umweltfreundlichen Erdgas-Taxi der Steirischen Gas-Wärme für die Fahrt vom Hauptbahnhof Graz zum Grazer Congress und retour ist gratis.

Die Steiermärkische Sparkasse als Partner des Berg- und Abenteuer Filmfestivals
Stimmige Partnerschaften mit der heimischen Kunst- und Kulturszene haben für die Steiermärkische Sparkasse eine 180-jährige Tradition. Als Partner der großen Grazer Kulturfestivals ist es für die Steiermärkische Sparkasse eine logische Konsequenz, das 17. Berg- und Abenteuerfilmfestival – eine Plattform hochkarätiger Filmarbeiten aus den Bereichen Filmkunst, Alpinismus, Journalismus und Filmgeschichte –
2005 erstmalig als Hauptsponsor zu unterstützen.

„Gemeinsam an die Spitze!“
So lautet ein Leitsatz aus dem Leitbild der Steiermärkischen Sparkasse. Teamgeist und Motivation sind nicht nur wesentliche Stützen eines Unternehmens sondern auch wesentliche Erfolgsfaktoren für alpine Spitzenleistungen.

„Wer die höchsten Gipfel erobern will, sei es im Alpinsport oder im Berufsleben, braucht neben Ausdauer und Können vor allem auch einen starken und verlässlichen Partner an seiner Seite“, sagt Steiermärkische-Vorstand Mag. Franz Kerber.

 

 

  „Parole Emil“ heißt es im Next Liberty In dieser Produktion wird das Ensemble des Next Liberty tatkräftig unterstützt von neun Jungschauspielern zwischen 12 und 16 Jahren.


Das Theater steht in der Stadt - jetzt holt Next Liberty mit Emil und die Detektive die Stadt ins Theater! 1929 erzählte Erich Kästner in rasantem Tempo die Geschichte eines kleinen Jungen, der eine große Reise in eine große Stadt macht und mit Hilfe seiner Freunde einen Kriminalfall löst. Die Geschichte Emils, dargestellt von Johannes Schedl, bereitet das Thema „Erzählte Großstadt“ auf, denn Berlin stand in den 30er-Jahren für ein Symbol der Moderne und des Fortschritts. Es wurde zum Inbegriff für ein moderneres Leben, für eine höhere Lebensgeschwindigkeit und kulturellen Wandel aufgrund seines enormen Entwicklungstempos, einer industriellen Grundlage und in seinen Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten.

Die Größe und der Facettenreichtum der Stadt wird fulminant in Heike Mirbachs Bühnenbild repräsentiert. In diesem Stück wird trotz der Inszenierung eines „weltstädtischen Bildes“ (Susanne Zöllinger, von ihr stammt die Inszenierung) ein Mikrokosmos gezeigt, in dem die Welt in Ordnung zu sein scheint: eine Kinderbande, der Emil sich während seines Irrens durch Berlin anschließt. Diese setzt sich aus unterschiedlichen Typen aller sozialen Schichten zusammen: Da ist zum Beispiel der „blasierte Intellektuelle“ in Gestalt des „Professors“ (Caroline Athanasiadis) und der Typ des cleveren und pragmatischen Straßenjungen „Gustav mit der Hupe“ (Martin Niederbrunner). Was gezeigt wird, ist das Bild einer idealen Gesellschaft, die durchaus sozial durchmischt ist und in der es immer wiederkehrend unterschiedliche Interessen und Ideen gibt, in der es aber adäquate Problemlösungen und Kommunikationsmöglichkeiten gibt, die zu gemeinsamen Handlungszielen führen. „Berlin Alexanderplatz“ mit Happy End für Kinder, wenn man so will, nach der Devise: Erleben kann man immer was! Und aus Fehlern wird man zwar nicht immer klug, aber klüger!

Termine im Oktober: Im Next Liberty am 25.10. und am 28. 10., jeweils um 10.30 u. 15.30 Uhr.
Emil geht im Oktober auch auf Tour: in Mattersburg am 11., 12. u. 13. 10. | in Oberschützen am 18., 19. u. 20.10.

Weiters auf dem Programm im Next Liberty: Die Kuh Rosmarie, Kinder zaubern Flöte, Liebe nach Fahrplan, Das Einhorn und der Zauberer, Hexe Hillary geht in die Oper (Tour Gleisdorf und Eisenstadt). Weitere Informationen unter www.theater-graz.com

 

 

„Die Perlenstickerinnen“ – Kunsthandwerk belebt die Sinne


Das Leben ist nicht immer nur schön, das hat auch die 17-jährige Claire (Lola Naymark) bereits erfahren müssen: Sie ist ungewollt schwanger und überlegt das Kind zur Adoption freizugeben. Da begegnet sie der älteren, vor Schicksalsschlägen ebenfalls nicht verschont gebliebenen Haut-Couture-Stickerin Madame Melikian (Ariane Ascaride). Beide Frauen kommen sich in der Geschichte näher durch ihre Liebe zu Stoffen und die Arbeit mit sinnlichen Materialien und kräftigen Farben.

Die französische Regisseurin Eléonore Faucher gebrauchte für ihren Debütfilm „Die Perlenstickerinnen“ (Brodeuses) bewusst auch autobiografische Elemente aus ihrer eigenen Familiengeschichte. In einem Interview berichtet sie über die Entstehung des von ihr selbst verfassten Drehbuchs: „Was das Schreiben zunächst geleitet hat, war die Beziehung zwischen einer jungen und einer älteren Frau – das, was sie sich ohne die geringste Zuneigung geben können. Die Geschichte von „Die Perlenstickerinnen“ ähnelt der zwischen mir und meiner Großmutter. Mit der Erarbeitung erlebte ich eine Generationserneuerung. Ein Jahr zuvor war meine Tochter geboren worden und meine Großmutter ging ins Altersheim. Mir wurde bewusst, dass die Gesten meiner Großmutter und anderer Vorfahren irgendwo in mir existieren.“

Die Arbeit für Madame Melikian, die ihren Sohn durch einen Motorradunfall verloren hat, öffnet nach und nach die verschlossenen Gefühle Claires. Mit der Opulenz der Applikationen, der Zartheit der Stoffe und der Pracht, die sie anzufertigen vermögen, weicht ihre anfängliche Distanz und die abweisende Haltung der älteren Frau wandelt sich zu einem tiefen Einverständnis, das keiner langen Reden bedarf. Über die Stickerei finden die Frauen zueinander und zurück in das Leben mit seiner vollen Schönheit und der stets sich bietenden Chance auf einen neuen Anfang. Der Film wird so zu einem Zeugnis von der Leidenschaft, die in dieser künstlerischen Ausdrucksform zu spüren ist, von der tiefen Zufriedenheit, die die langsam wachsende Gestaltung des Kunstwerkes ins eigene Leben überträgt.

Zu den tiefen Zusammenhängen zwischen dem Filmhandwerk und der Stickerei erklärt die Regisseurin: „Ich wollte über ein Metier sprechen, das im Schatten steht. Die Stickerei ist tatsächlich eine Metapher des Kinos. Wenn man einen Film sieht, stellt man sich nicht die Arbeit der Techniker vor. Das gleiche gilt für ein Model, das über den Laufsteg schreitet – man stellt sich nicht die stundenlange Arbeit der Hände vor, die dahinter stehen.“

Der Film erhielt neben zwei Nominierungen für den César den Grand Prix de la Semaine de la critique (Cannes 2004) und den Prix Michel d’Ornano für das beste Drehbuch.

Die „Perlenstickerinnen“ im Oktober im KIZ – Kino im Augarten, Friedrichgasse 24, 8010 Graz
Karten und Informationen unter 0316 / 82 11 86 – 0

 

 

Die Welt des Orients in Leoben


Ethnologische Ausstellungen auf höchstem Niveau sind seit neun Jahren ein Markenzeichen der Stadt Leoben. Auf die allerorten zu Recht hoch gelobte Mexiko-Ausstellung 2005 folgt nun ab 1. April 2006 die Ausstellung „Die Welt des Orients“, die vom Kunsthistorischen Museum Wien exklusiv für die Kunsthalle Leoben konzipiert wurde. Die Ausstellung konzentriert sich auf die historische Entstehung und die inhaltlichen Zielsetzungen des Islam und dessen unglaubliche Vielfalt an Kunst und Kultur und schlägt damit einen Bogen von rund 1300 Jahren. Mehr als 300 kostbare Objekte aus renommierten Museen werden den Besucher in den Orient entführen – fernab jeder politischen Problemstellung und fernab der fälschlichen Vorstellung einer Welt aus „Tausendundeiner Nacht“. Gezeigt werden Buchmalereien und Kalligraphien, Tapisserien und aufwändige Metall-, Keramik-, Schnitz- und Schmuckarbeiten, die allen islamischen Kulturen gemeinsam sind.

Einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung bilden die schöpferischen Leistungen der islamischen Welt im Bereich der Wissenschaften. Die Ausstellung folgt aber auch den historischen Entwicklungslinien des Islam, widmet sich seiner Entstehung und seiner territorialen Ausbreitung. Daneben werden auch die europäischen Kreuzzüge und der islamische Dschihad in ihrem jeweiligen historischen Umfeld berührt.

Info: www.leoben.at/deutsch/kultur/ausstellung_2005.php

 

Al Ankünder
Über den Zusammenhang zwischen Terrorismus und Werbung am Beispiel der St. Peter Hauptstraße. Von Werner Schandor


Werner Schandor
Werner Schandor ist PR-Agent und Autor. Als letzterer fungiert er u. a. als Herausgeber des Feuilletonmagazins „schreibkraft“ (http:/schreibkraft.adm.at), als ersterer startet er im Oktober seine Agentur „Textbox“ (www.textbox.at) in Graz. Seit September 2005 schreibt Werner Schandor für KORSO Feuilletons über Schein und Sein zu Beginn des Untergangs des amerikanischen Imperiums.

Im Film „Brazil“ gibt es eine Szene, wo Hauptfigur Sam Lowry und seine schönheitswahnsinnige Mutter in einem Restaurant sitzen, eine Bombe geht hoch, die Leute schreien, die Kellner laufen zusammen und verstellen die Sicht auf den Explosionsort mit einem Paravent, damit die Restaurantbesucher ungestört weiter speisen können. Seit die Al Kaida der westlichen Welt den Kampf angesagt hat, ist diese Szene längst nicht mehr so abwegig, wie sie 1985 schien, als „Brazil“ in die Kinos kam. Bei uns ist es zwar noch nicht so weit, dass man sich Plätze im Restaurant danach aussucht, ob eine Säule eventuell Schutz vor Explosionen bietet, wie dies in Israel der Fall ist, aber der Terrorismus und die Furcht davor hat zweifellos in unserem Denken Platz genommen. Seit dem 11. September 2001 und den Anschlägen in Madrid und London rechnet man in großen Städten des Westens insgeheim ständig mit dem Schlimmsten. Und generell nimmt man in Kauf, dass die Überwachung durch den Staat zunimmt und die persönliche Freiheit stärker eingeschränkt wird. Seit neuestem ist es beispielsweise sogar verboten, bei Flügen in die USA Feuerzeuge in die Kabine mitzunehmen. Als Nichtraucher und Nichtterrorist habe ich natürlich keine Ahnung, wie sich Feuerzeuge als Waffen eignen könnten, aber irgendetwas werden sich die Verantwortlichen schon dabei gedacht haben. Denkt man halt.

Eine andere Szene aus dem Film „Brazil“ hat mich ebenfalls stark beeindruckt, als ich den Film zum ersten Mal sah. Hier sieht man den Helden in einem Auto sitzen, und links und rechts ziehen Wände vorbei wie der Lärmschutzverbau auf der Autobahn, nur dass es sich im Film um Plakatwände handelt. In der nächsten Einstellung sieht man das Auto von oben durch den Plakatschlurf fahren, und dahinter liegt eine Landschaft, die trostlos und ausgepumpt wirkt. „St. Peter Hauptstraße“ dachte ich, als ich den Film zum ersten Mal sah, denn die Grazer St. Peter Hauptstraße war für mich der Inbegriff einer zuplakatierten Ausfallsstraße.

In „Brazil“ ist dies übrigens die Szene, die den Wendepunkt bringt: Vor dieser Fahrt ist Sam Lowry ein kleiner unauffälliger Beamter im aufgeblähten Staatsapparat von „Brazil“. Nach der Fahrt mutiert er zum gesuchten Terroristen. Gibt es also einen Zusammenhang zwischen Plakatwandorgie und Terrorismus? – Ich nahm mir vor, dieser Frage nachzugehen und unterzog dafür die St. Peter Hauptstraße am 24. September 2005 einer wahrnehmungstechnischen Analyse. Ich startete, wo die Petersgasse mit der Plüddemanngasse zusammenfließt, und zeichnete bis zum Ortsende von Graz jede schriftliche Werbebotschaft auf, die mir auf dem Weg unterkam. In geraffter Form präsentiert sich die St. Peter Hauptstraße werbemäßig folgendermaßen:

Roma Lisa Haarstudio und Solarium Alarm- und Sicherheitstechnik Tabak Frankfurter Allgemeine nur 15 Cent in alle Netze Leichtmetallbau jetzt neu Heidis Klümchen Beratung Notruf Meldeanlagen Wir erzeugen Aluminiumfenster -türen Glasfassaden Greiml Hörgeräte Pearl Optik Kontaktlinsen Eder Optik Fischer Parkett Parkettböden Bodenbeläge Sonderkonstruktionen fachgerechte Verlegung Citroen Koncar Vertrieb Shell Selbst tanken Diesel 1064 Benzin 1161 Super 1181 V-Power 1339 V-Power Diesel Turbo Sun Sonnenstudio Solarium Luxura Nageldesign Fußpflege Kosmetik Hair Design die Profis für traumhaft schönes Haar Kleidervollreinigung Loidl Fleisch Wurst Spezialitäten Loidl Änderungsschneiderei J Leinweber Tierarzt Bellaflora G & H Immobilien Post Telekom PSK Telekom Eduscho Fotoprodukte Roswitha Wilfling frisch eingelangt Zotter Schokolade das perfekte System für hygienisch saubere Teppiche Schule Augenarzt Kosmetik Foto Heilkräuter Reformwaren täglich frisch gepresste Säfte Drogerie Fachgeschäft für … zu vermieten oder zu verkaufen Krobath Heizungen Sanitär Ihr Spezialist für Werkstatt Haus und Garten Triesterstraße Blumen Garten Bäume Viellieber nach 200m rechts Der neue Seat Leon Fahrspaß pur Lasst Franz Voves zeigen was er kann Miteinander Steiermark Bellaflora Blumen Garten Bäume Viellieber nächste Einfahrt rechts St. Peter Keramik Kinder Raiffeisen Blumen Garten Bäume Viellieber Mamas reinste Freude Kauft beim Gärtner Kübelpflanzen -30 % Chinarestaurant Konfuzius Parkplatz für Gäste Auto Potzinger AP Autozubehör und Ersatzteile Zanussi professionell Großküchen Beratung Planung und Verkauf Steweag Steg Außenstelle St. Peter Tennis Schrötter G. Koren Elektrohandel Grillhendl 2 Euro 90 Danke! Raiffeisen Puntigama das bierige Bier Zum Jausenstüberl Tennishotel Bistro Sauna Dr. Stelzl Gösser Restaurant Steinmetzmeister Joseph Baier Telefon … Mediapark image G Oswald pro media xxkunstkabel Systempartner für professionelle Studiotechnik Auro Naturfarben jetzt in Wildon Bipa Klipp unser Friseur Bipa Billa heute Caritas Senioren- und Pflegewohnhaus Haltestelle Bitte Einfahrt freihalten Wir panieren die Preise Bis 31.12. gratis Zeitungen Achtung Baustellenausfahrt NEWS Tabak Lotto Toto Hörzu Lotterien Lehrlingsaktion ein voller Erfolg Verkauf Service und Reparatur Hausgeräteprofi Zieserl Miele Eudora Liebherr Wellnessprofi Zieserl Whirlpools Infrarotkabinen Dampfduschen Wärmepumpen Badsanierungen Elektroinstallationen Tank Roth Benzin 1161 Super 1181 Super plus Diesel Michael Schmid Jörg Haider Miteinander Steiermark Minus 10 % auf alles Geben statt nehmen Kaltenegger Baumax Chef Lehrer 1 Meter 50 Höhe Klax 10 SMS um 10 Cent in alle Netze Traumrasen Traumbäder Telefonieren videofonieren so günstig wie noch nie Traurig für ihr altes Auto BZÖ Steiermark Opfernotruf Geben statt nehmen nur bei Obi Graz-West Großkundentag Politik für morgen auf der Grazer Herbstmesse Vergnügungspark Genusswelt Mode Bauen und wohnen Sport und Wellness Grazer Oper GO Hoffmanns Erzählungen Miteinander Steiermark Graz Crazy for you Die lustigen Weiber von Windsor Jello Schuhpark 19,90 zahlt sich aus Stiefelkönig Schuh schön wie du stimmen für Voves So leicht wird man die Formel 10 nicht los Bellaflora Bellaflora Give me 5 5% bei Selbstbedienung Sports Experts Politik für morgen minus 10 % auf alles Freie Waldorfschule Graz 25 Jahre Freie Waldorfschule Graz www.waldorf.at Stiefelkönig Schuh schön wie du Cafe Konditorei Eis Pizzeria Naschkatze Eigene Erzeugung Täglich frisch geöffnet von bis PM damit Sie immer finden was Sie suchen Give me 5 Für die Heimat gegen diese EU Vieles anders vieles besser Recreation Großes Orchester Graz Gewerbegrundstücke zu verkaufen Der neue Seat Leon Fahrspaß pur Mamas reinste Freude Recreation Großes Orchester Graz Herbstsymphonie Orgelglanz Charlie und die Schokoladenfabrik Campari Red Passion Parkplatz für Kunden der Fa. Wallner Kachelöfen Fliesen Wallner Kachelöfen Fliesen Installationen Mikrozentrum Computershop Yachtelektronik Bausoftware Micro Rapid ACI Microsoftpartner IBM-autorisierter Händler HP Miteinander Steiermark Alles Mode OMV Hofer 200m viva Diesel Benzin Super Super 100 Jet conoco Diesel Benzin … Steiermark Tourismus Trends 05 Optik Neuroth Lasst Franz Voves zeigen was er kann Exklusix Club Exklusiv non stop offen ab 12 Uhr weil der Charakter zählt ...

ORTSENDE Graz (Endlich!!!)

Das war die St. Peter Hauptstraße - in eine Richtung nur und etwas löchrig wiedergegeben. Insgesamt muss man sich den Wortwulst, der einem in diesem Eck von Graz auflauert, mindestens doppelt so lang vorstellen. Nach meiner Fahrt verstand ich jedenfalls, warum Sam Lowry in „Brazil“ nach seiner Fahrt zwischen den Werbewänden auszuckt, eine Straßensperre durchbricht und der Polizei eine Verfolgungsjagd liefert. Auch wenn die Motive im Film vielleicht andere sind: Der Info-Müll, den Plakatwände und -werbung einem aufbürden, kann hochgradig paralysierend wirken. Mit Terrorismus hat das natürlich nichts zu tun, aber ein paar Fragen bleiben doch offen, z. B.: Wer braucht eigentlich diesen Wort- und Bildschrott, der da an den Straßen steht? Wem, außer den Werbeunternehmen, würden die Plakatflächen abgehen, mit denen die Ein- und Ausfallsstraßen zugestellt sind? Und, liebe Kollegen aus der Werbebranche: Geht’s nicht hin und wieder etwas weniger penetrant?! - Ach, Blödsinn, ich vergaß: Dann wär’s ja keine Werbung mehr...

 

 

  Veranstaltungen der Akademie Graz


Montag, 17. Oktober, 19.30 Uhr, Kleiner Minoritensaal
Graz und die Türken. Gegen die Perpetuierung eines Feindbildes.
Jahrhunderte lang wurde in Graz das Bewusstsein einer türkischen Bedrohung bei den Menschen lebendig gehalten. Diesem Geschichtsverständnis fehlt allerdings die reale Grundlage: Die osmanischen Türken erschienen zweimal, 1480 und 1532, vor der Stadt, ohne diese aber zu belagern. Tatsächlich war die Bollwerkfunktion von Graz im Laufe der Geschichte vielmehr eine ideelle, verstärkt tradiert durch den Nationalismus, der Graz als deutsches Bollwerk gegen den (slawischen) Südosten sehen wollte. Vortrag von Dr. Gerhard M. Dienes, Moderation: Mag. Christian Stenner

Freitag, 21. Oktober, 19.00, Kulturzentrum Kapfenberg
Eröffnung der 4. Internationalen Keramikbiennale der Stadt Kapfenberg zum Thema „Echo“.

Donnerstag, 27. Oktober, 17.00, Europasaal, Wirtschaftskammer Steiermark
Steiermark – Ein Futterplatz für Heuschrecken?
Befindlichkeit und Realität des „Kapitals“ in der Grünen Mark. Der Vorwurf des deutschen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, dass einige Investoren wie Heuschrecken über deutsche Unternehmen herfallen, sie kahl fressen und dann wieder weiterziehen, stößt auf ein enormes Echo.

Am Podium: Univ.-Prof. DDr. Gerald Schöpfer, Dr. Thomas Krautzer, Industriellenvereinigung, Dr. Wolfgang Eder, VOESTALPINE AG, Dr. Christian Ludwig, Deloitte Touche Tohmatsu, Xaver Haas, Haas FERTIGBAU, Mag. Markus Mair, Raiffeisen Landesbank, Begrüßung: Emil Breisach, Akademie Graz, und Wirtschaftskammerpräsident Peter Mühlbacher, Moderation: Mag. Eva Pfisterer

Montag, 14. November, 18.30, Kleiner Minoritensaal
Jugend und Politik. Politiker- und Parteienverdrossenheit im Jubiläumsjahr 2005
Mehr als einem Drittel der 14- bis 18-Jährigen ist laut einer jüngst veröffentlichten OGM-Jugendstudie nicht einmal der Bundeskanzler bekannt. Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier von der Donau-Universität Krems über die wachsende Distanz zwischen politischen Eliten und den jungen Bürgern

 

 

  AKTUELLE AUSSTELLUNGEN


KAISERFELD – Eine Straße im Zentrum künstlerischer Auseinandersetzung
Auch im Herbst 2005 braucht die Intro-Graz-Spection weder Slogans zur metaphysischen Behübschung der Kunst, noch ein Haus, das reflexartig bespielt werden muss. Nach „Wundränder“, „Eisesstatt“, „Seitenwechsel“ oder „Alles wird gut“ widmet die IGS ihre diesjährige, Wochenaktion einer, inmitten der Grazer Innenstadt gelegenen Straße. In 13 neuen Arbeiten setzen sich über 50 Künstlerinnen und Künstler mit den Mitteln der Architektur, Literatur, der bildenden Kunst, Musik, Theater, Fotografie, Performance und Film, mit dieser spezifischen städtebaulichen Situation auseinander. Neben anderen setzen Veronika Stabinger, Max Gad und Kurt Gaulhofer temporäre Interventionen vom 11. bis zum 15. Oktober in der Kaiserfeldgasse in Graz. Detaillierte Informationen unter www.intro-graz-spection.at


Alpha nova gestaltet mit Culture Unlimited die Fotoausstellung „NIX IS FIX — alpha nova machts möglich“ in der Galerie Zwischenbilder, Sozialamt Graz. Die Ausstellung zeigt Menschen mit Handicaps in ungewohnten Positionen und Situationen und bietet den Besuchern so die Möglichkeit veraltete Wahrnehmungs- und Handlungsmuster neu zu überdenken. Ausstellungsdauer: 16. Oktober 2005 bis Mitte Jänner 2006. Öffnungszeiten: Mo — Fr. 9:00 - 17:00Uhr. Eröffnung am 12. Oktober in der Galerie Zwischenbilder, Schmiedgasse 26/1, Graz. Informationen unter http://www.culture-unlimited.com


Utopische Architekturen, d.h. „nicht verwirklichte Projekte“ des international renommierten Künstlerpaares Ilya und Emilia Kabakov sind im steirischen Herbst bei den Minoriten noch bis 13.11.2005 zu sehen. Die Mehrzahl der gezeigten Projekte ist für ganz bestimmte Städte entstanden, andere Projekte beziehen sich auf die Lebensbedingungen in Städten. Es geht um den Versuch, „mehr oder weniger geordnet der Zivilisation zu entrinnen“.

Öffnungszeiten DI - SO 10 - 18 Uhr, MINORITEN Galerien Graz, Mariahilferplatz 3, 2.Stock. Fixführungen, jeden Samstag 15.30 Uhr, gegen Voranmeldung unter 03167711133-31


Der Architekturpreis 2004 des Landes Steiermark ging an Peter Cook und Colin Fourier (Kunsthaus Graz), an die Architektengruppe DI Hemma Fasch & DI Jakob Fuchs (Kindermuseum Graz) und an DI Josef Hohensinn (Justizzentrum Leoben). Dieser Preis des Landes Steiermark wird seit 1980 im Zwei-Jahres-Rhythmus vergeben. Die Steiermärkische Landesregierung wählte die Preisträger-Projekte auf Vorschlag der siebenköpfigen Jury diesmal aus 59 eingereichten Arbeiten.


Ausstellung LÄNDERZIRKEL UNGARN im Interkulturellen Café und Begegnungszentrum Auschlößl, Friedrichgasse 36, 8010 Graz, Tel. 0316 813368. Unter dem Titel EINBLICKE IN AUSBLICKE werden bis zum 7. November Arbeiten von ÁGOTA V. SZENDREI gezeigt.


Bis zum 20. Oktober zeigt die Galerie GALERIE SCHAFSCHETZY unter dem Titel lux platin Arbeiten von Martin Schnur. Färbergasse 2, 8010 Graz, Tel. 0316/82 89 82-15 | http://www.galerie-schafschetzy.com


„Unser Weltbild ist fragmentarisch. Die bewusste Wahrnehmung erfasst immer nur einige von unendlich vielen Facetten des Lebens. Wir sind nicht in der Lage alle Informationen zu verknüpfen, somit interpretieren wir immer nur Teile der Schöpfung.“ Dieses Zitat des Stainzer Künstlers Holger Abel ist Grundlage seiner künstlerischen Arbeit, deren Konzept die Teilung, Überblendung und Zerlegung von Filmen in Einzelteile ist. Das Bild als Ganzes existiert somit nur im Kopf des Künstlers und zerfällt bei der Umsetzung in eigenständige Einzelbilder, die nun im Zyklus EDEN in der Galerie ARTETAGE, Bischofplatz 4/3.Stock, Graz, bis 30.11.2005 zu sehen sind.


Das Haus der Kunst Galerie Lendl, Joaneumring 12, Graz , präsentiert Arbeiten des gebürtigen Kärntners Karl Brandstätter. Nähere Informationen unter 0316/825696. Zu sehen bis 29. Oktober 2005.


Die beiden in Graz aufgewachsenen Wien-Exilanten Jack Bauer und Anton Herzl bezeichnen sich selbst als echte Kunstkünstler. Sie verstehen darunter ein Leben zuführen in einer romantischen Blase aus Kunst, die Spuren hinterlässt, als Derivate ihrer Persönlichkeiten. Die „Handlung“ der Ausstellung „Kunst&Handeln - COLA“ unterscheidet sich nicht vom Handeln der Künstler und Galeristen. Die Rezeptur der Limonade bleibt geheim. Zu sehen bis 31. Oktober in der Galerie Kunst&Handel, Einspinnergasse 2, Graz.

ffnungszeiten: Di - Fr 11:00 - 18:00, Sa 10.00 - 13:00 Uhr. Weitere Informationen unter http://www.kunsthandel.com


Ausstellung Art On Nature:Locating Eden bis 31.Oktober, Freitag, 18;00-19:30, Samstag 15:30-18:00 Uhr und täglich nach Vereinbarung mit Arbeiten von: Oto Rimele (Slowenien), Hartmut Skerbisch (Österreich), eine Kooperation mit Umetnostna galerija Maribor. Im kunstGarten, Payer-Weyprecht-Str. 27, 8020 Graz, Tel. 0316/262787 und http://kunstGarten.mur.at


„Live like this“ zeichnet Sabine Bitters und Helmut Webers langfristige Auseinandersetzung mit den Prozessen nach, die unsere Städte in uneinheitliche Landschaften aus neoliberalen und nationalen Räumen und selbstorganisierten Gemeinschaften verwandeln. Zentral in den Arbeiten sind einerseits die Umgestaltung von Räumen und andererseits sie sich vergrößernde Kluft zwischen den viel strapazierten Verheißungen der Moderne und den realen Auswirkungen des Neoliberalismus. Die Aussteluung wird begleitet von einer Publikation der Edition Camera Austria. Zu sehen bis 18. November in der Camera Austria, Kunsthaus Graz, Lendkai 1.

Öffnungszeiten: Di „ So, 10:00 Uhr „ 18:00 Uhr und Do von 10.00 Uhr „ 20:00 Uhr.
Im Rahmen von no.tour.no findet am 22. Oktober um 18.00 Uhr ein Gespräch des Kurators mit den Künstlern über Urbanismus, Architektur , Politik, Medien und Kunst in der Camera Austria, Kunsthaus Graz statt. Weiter Information unter www.camera-austria.at


Die Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum zeigt die erste Personale des Typosophen, Künstlers, Kurators und Autors Ecke Bonk. Die Ausstellung zweier Rauminterventionen im Spiegelsaal der Neuen Galerie, Sackstraße 16 und im Künstlerhaus Graz, Burgring 2. ist bis zum 3. Oktober zu sehen. Öffnungszeiten: Di „ So, 10:00 Uhr „ 18:00 Uhr und Do von 10.00 Uhr „ 20:00 Uhr. Nähere Informationen unter www.neuegalerie.at


Der Kunstraum KZWEI9 der Ärztekammer Steiermark, Kaiserfeldgasse 29, 8010 Graz, zeigt eine Ausstellung mit Werken von Christian Eisenberger unter dem Titel Neutrale Bewusstlosigkeit.


5 Jahre Galerie im Lend wird mit einer Gemeinschaftsausstellung im Oktober gefeiert. Ihre Arbeiten zeigen, chronologisch gereiht nach den Ausstellungen vom Jahr 2000 - 2004: Prof. August F. Svoboda, Traude S. Mihalopulos, Eva Keil-Kuri, Helga Pail, Wen The Lin, „Guggi“ Lukarsch, Sepp Pircher, Bea Zaunschirm,Wolfgang C. Wieser, Christin Berlin, Fritz Schoberlechner, Gege Stiegler, Marlies Haas, Ingrid Pototschnik, Ingeborg Sussmann, Alexander Wolf, Ewald Gynes, Erwin Seppi, Prof. Ulf Mayer, Wolf Gössler, Anna Jenner, Barbara Greiml, Robert F. F. Kopp, Erwin Schwentner, Alfred Hruschka, Wolf Pfaundler. An dieser Ausstellung nimmt Franz Wieser in Vorschau auf seine Ausstellung im Frühjahr 2006 teil.

Galerie im Lend, Schmölzergasse 1, Ecke Babenbergerstraße, 8020 Graz | http://www.galerie.im.lend.at.tt


„Nowhere“ Die in der Ausstellung vertretenen Arbeiten stammen alle aus Louisville, Kentucky, einer Stadt mit der etwa gleichen Einwohnerzahl wie Graz. Die Ausstellung umfasst Videoarbeiten, Werke, die auf Fotografie basieren und eine Performance von fünf Künstlern aus Louisville. Bis 5. November in der Galerie Lendl, Palais Wildenstein, Hans-Sachsgasse 1/I, Graz. ÖFFNUNGSZEITEN: Dienstag - Freitag: 11.00 bis 19.00, Samstag: 10.00 bis 13.00 | Weitere Informationen unter http://www.eugenlendl.com


Ölschinken und Kreuzblume. Über die artgerechte Haltung von Kunstwerken:
Das Museumsforum Steiermark blickt hinter die Kulissen des Museumsbetriebs: Die Ausstellung „Ölschinken und Kreuzblume“ rückt eine Berufsgruppe ins Rampenlicht, deren kaum bekannte Arbeit lebensnotwendig für jedes Museum ist: die Restauratorinnen und Restauratoren. Im Museumsgebäude Neutorgasse 45, 8010 Graz. Informationen unter www.museum-joanneum.at


Die Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik zeigt 80 Fotografien von Francesca Naldoni aus dem inzwischen aufgelassenen Roma-Lager Casilino 700, nördlich von Rom. Im Gefolge der Balkan-Kriege, deren geistige Wurzeln auch in rassistischem Denken liegen, konnten dort Flüchtlinge und Vertriebene weiterleben. Zu sehen im Orpheum Graz, Orpheumgasse 8.


Maecenas Steiermark. Bewegliche Teile. Formen des Kinetischen
Der Firma Roche Diagnostics GmbH wurde für ihr Sponsoring der Ausstellung Bewegliche Teile. Formen des Kinetischen im Kunsthaus Graz der 1. Kultursponsoringpreis „Maecenas Steiermark“ in der Kategorie „Großunternehmen“ verliehen.Der 1. Kultursponsoringpreis „Maecenas Steiermark“ wird von den Initiativen Wirtschaft für Kunst (IWK) in Kooperation mit dem Land Steiermark und der Stadt Graz „ Kultur in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskammer Steiermark vergeben.


Die von dem Stuttgarter Künstler Martin Bruno-Schmid in der Galerie tazl während der Dauer des Steirischen Herbsts installierte Lärmschutzwand noise.protection erfüllt sämtliche Anforderungen, die sie auch im städtischen Raum zu erfüllen hat: Sie schluckt den von außen eindringenden Lärm und verwandelt die Galerie in eine verkehrsberuhigte Zone stiller Konzentration. Dafür wird einiges in Kauf genommen: Die Wand steht im Weg, sie versperrt den Blick, verkleinert den Raum, ist gestalterisch fragwürdig und schluckt das von außen einfallende Licht.

tazl | Neutorgasse 47, Graz | T 0316 / 82 00 46


„You better get the cat in“ ist die erste Ausstellung von Gabi Trinkaus in Graz; und in „Von hier nach dort“ werden neben neuen Arbeiten auch ein retrospektiver Querschnitt des Werks von Hans Weigand gezeigt. Darüber hinaus wird im Rahmen der Eröffnung auch das erste, sein Werk umfassendes Katalogbuch präsentiert. Zu sehen bis zum 30. Oktober in der Neuen Galerie am Landesmuseum Joanneum, Sackstraße 16, Graz.

 

 

  VERANSTALTUNGEN
– Literatur, Theater, Film, Musik


169. Manuskripte
Am 10. Oktober präsentiert Alfred Kolleritsch das Herbstheft 2005, die Nummer 169 der Literaturzeitschrift manuskripte. Im Mittelpunkt der Präsentation steht das Monodrama „Die Reise nach Buenos Aires“ von Amanita Muskaria (Monika uns Gabriela Muskala), Work in Regress. Außer der „Reise nach Buenos Aires“ finden sich im Heft viele Nachrufe und Texte zu Wolfgang Bauer, sowie Texten von Sonja Harter, Elfriede Jelinek, Friederike Mayröcker, Johannes Schrettle, Gerhild Steinbuch, Andrea Stift u.a. Präsentation der manuskripte im Schauspielhaus Graz (8010 Graz, Hofgasse 11, Ebene 3, 20 Uhr, Eintritt frei)


KUNST KOSTET GELD. KUNST BRAUCHT GELD.
Helfen Sie mit, eine der spannendsten Produktionen dieses Herbstes - Jean Genets „Les Nègres. Eine Clownerie“ (Premiere, 11. 11., 20 Uhr, Dom im Berg) unter der Regie von Karl Welunschek finanzieren zu können! Sponsoring- und Kick-Off-Event/Ein Prolog für Weiße am Donnerstag, 13. 10. 05, 19.00 Uhr, Graz, Dom im Berg, Moderation: Andrea Schurian, Eintritt: Ihre Spende.

Den Abend gestalten: Peter Turrini, Karl Markovics, Robert Menasse, Krista Stadler, Lukas Resetarits, Fritz Karl, Serge Falck, Gerd Jonke, Karl Ferdinand Kratzl u.a. Informationen unter http://www.collective.lesnegres.com


Das Grazer Kasperltheater öffnet wieder jeden Dienstag um 15:00 Uhr und um 16:30 im Grazer Orpheum (Orpheumg. 8) seinen Vorhang. Das erste Abenteuer heißt: Kasperl und die verzauberten Bäume. Termine am 11.; 18. und 25.10. Informationen unter http://www.kasperl.com


„DIE KUH ROSMARIE oder Warum darf ein Schwein kein Schwein sein“
Das Theater Mundwerk zu Gast im Next Liberty, eine Zusammenarbeit mit dem Kulturzentrum bei den Minoriten. Von Andri Beyeler mit Nadja Brachvogel und Martin Horn. Ab 5 Jahre. Premiere am Dienstag, 11.Oktober um 15.30 Uhr im Next Liberty Jugentheater, Kaiser Josef Platz 10, Graz. Informationen unter http://www.theater-graz.com


Für Kinder von 6-13 Jahren zeigt das Mezzanin Theater mit Premiere am 13. Oktober und weiteren Aufführungen am 14., 17., 19., 20 und 21. Oktober jeweils um 10.00 Uhr und 16.00 Uhr, sowie am 15.0ktober und 22.Oktober um 16.00 Uhr das Stück Schere-Stein-Papier. Unter der Regie von Gigi Tapella ist die schwierige Entwicklungsphase vom Kind zum Jugendlichen und Konflikte, Ängste Widersprüche und Unruhe des Erwachsenwerdens zentrales Thema. Theater am Ortweinplatz, Ortweinplatz 1, Graz. Kartenreservierung unter Telefon 0316/846094


Zum Weitersagen: Auf sagenhafte Wanderung begeben wir uns am Samstag, 15. Oktober 2005, um 14 Uhr: Naturparkführer Karl Malli gibt die Route vor, Autor Peter Stelzl liefert an den ausgewählten Stationen die Sagen dazu.

Der Höhepunkt im Oktober: Die Literarische Nacht als Fest für TV-Tausendsassa Wolfram Berger mit interessanten Gratulanten am Samstag, 22. Oktober 2005, 20 Uhr. Greith-Haus, 8544 St. Ulrich im Greith. Reservierungen unter 03465/202000. Nähere Informationen unter http://www.laubdorf.at


Kabarett im Tintenfass, Brockmanngasse 8: 15.10. Martin KOSCH mit: „Splitternackt“, 22.10., 29. 10. und 5. 11. Alex KROPSCH mit: „Revolution ist relativ“, 19.11. ERNI & HERMI mit: „In der Bar der verklemmten Herzen“, 26.11. BUCHGRABER&BRANDL mit: „Denk nicht an morgen!“. Jeweils ab 20.00 Uhr. Einlass: 19:00h | Reservierungstelefon: 0676 3429219


»THEATER am ZUG« - TheaterFahrt auf der Gleichenberger Bahn.
Fahrgästen wird an acht Stationen eine unterhaltsame Zug-Sonderfahrt von ca. 3,5 Stunden geboten. Die Abfahrtsorte sind Bad Gleichenberg und Feldbach. Theaterbeiträge in Bahnhöfen und im Zug der GdE-Spielgruppe straden aktiv, musikalisch begleitet von der Eisenbahnerkapelle Bad Gleichenberg - ergänzt um einen kulinarischen Aufenthalt am Bahnhof Maierdorf.

Am Sonntag, 16. Oktober, Start: 15:45 Uhr ab Bundesbahnhof Feldbach (nach Bad Gleichenberg und retour), Sa, 22. Oktober, Start: 15:10 Uhr ab Landesbahnhof Bad Gleichenberg ( nach Feldbach und retour). Reservierung: Begrenzte Teilnehmerzahl: 70 Personen / Fahrt / Reservierung unbedingt erforderlich!

Vorverkauf: Tourismusverband Bad Gleichenberg, 8344 Bad Gleichenberg , Brunnenstrasse 11 | T 03159-2203-0 | M info@bad-gleichenberg.at
und Tourismusverband Region Feldbach, 8330 Feldbach, Hauptplatz 1


HAMLET. PIvot-05 eine aneignung. Rudi Widerhofer hat sich Hamlet angeeignet und zusammen mit Ernst Binder von allem Pomp und Plüsch befreit, ohne sich durch eine plakative Übersetzung beim Zeitgeist anzubiedern. Hamlet wird dem Leben dort ausgesetzt, wo Leben pulsiert. Die Figur vom laut dröhnenden Event in die Stille der Nacht zu stoßen, sie von der Schmierenkunst und den Eitelkeiten eines Stadttheaters zu befreien war das Anliegen dieser Auseinandersetzung, deren Ergebnis dramagraz denn auch nicht auf einer Theaterbühne, sondern in Hintersälen von Gasthäusern und Pfarrheimen zeigen wird. Am 17. und 19. Oktober ab 20.30 Uhr im Gasthaus Feldkirchnerhof, Feldkirchen bei Graz.

Kartenvorbestellungen unter Tel. 0316 / 26 22 42 | Informationen unter http://dramagraz.mur.at


Tanzworkshop mit Tomáo Danielis, Axis Syllabus und Contact Improvisation von 17. — 22. Oktober im Nice Little Theatre, Luthergasse 4, 8010 Graz. Tel. 0650/8001072 oder nicelittletheatreverein@gmx.at


Mi. 19.10., 15.00-16.00 Uhr im Café Palaver: „Wie setze ich mich und meine Anliegen besser durch“. Gesprächsgruppe für Frauen, Begleitung durch Nuria Fernández Romeo und Brigitte Hinteregger. Organisationsbeitrag 8 Euro einmalig (Ermäßigung auf Anfrage)
Anmeldung: T 71 24 48, bei Nuria Fernández Romeo oder Conny Wallner | In Kooperation mit der Unabhängigen Frauenbeauftragten der Stadt Graz, Brigitte Hinteregger, Griesgasse 8, 8020 Graz


Für Kinder ab 5 Jahren spielen Carola Gartlgruber und Helmut Eberhardt „Hans im Glück“ frei bearbeitet nach dem Märchen der Gebrüder Grimm. Wenn alle anderen schon schlafen begegnen sich auf dem Bahnhof zwei Vagabunden und tauchen gemeinsam in die Geschichte ihres Lebens ein. Dabei entdecken, dass man Glück auch dort finden kann, wo man es gar nicht vermuten will.

Zu sehen im Kindermuseum Graz Frida & Fred, Friedrichgasse 34, Graz am Freitag den 21. 10., Samstag den 22.10.,Sonntag den 23.10, Mittwoch den 26.10., Donnerstag den 27.10., Freitag den 20.10., Samstag den 30.10 und Sonntag den 30.10.2005 jeweils um 16:00 Uhr. Weitere Informationen unter www.fridaundfred.at | Kartenreservierung unter 0316-8727700


In der Reihe Groovelines „ Jazz & Literatur, Special Edition II, lesen am 21. 10. um 20.00 Uhr mit Gerhild Steinbuch und Georg Petz. Informationen unter www.literaturhaus-graz.at


„Was lachen Sie?“ fragen am 23.10, um 20.00 Uhr Karlheinz Hackl und Heinz Marecek, im Forum-Kloster, Gleisdorf. Informationen unter Tel. 0664 383 9999


Zeitgenössische Kunst in gedruckter Form. Ist Österreich ein gutes Land für Kunstbücher? Bestandsaufnahme — Strategien — Zukunft. Sandro Droschl moderiert ein Gespräch mit Christian Höller, Genoveva Rückert und Harald A. Wiltsche. Am 28.10.2005 um 19.30 Uhr im Kunstverein Medienturm, Josefigasse 1/Lendplatz, Graz. Weitere Informationen unter www.medienturm.at


Die Schriftstellerin Gioconda Belli kommt zu einer Konzertlesung mit Grupo Sal nach Graz. Aus diesem Anlass wird der Oktober 2005 mit einer Reihe von Programmpunkten verschiedene Facetten Lateinamerikas näher beleuchten: Gioconda Belli signiert Exemplare ihres neuesten Romans „Manuskript der Verführung“ am Sa, 29.10.2005, 14.00 -15.00 Uhr in der Buchhandlung Moser, Herrengasse 23


Literaturwettbewerb: culture unlimeted sucht die originellsten Geschichten und Gedichte, bei denen Menschen mit Handicaps im Mittelpunkt stehen. Einsendeschluss ist der 7. November 2005 | Beiträge an: manuela.fink@gmx.at

Nähere Informationen unter: 0650 788 54 56 und http://www.culture-unlimited.com


Vektorzeichnungen, Filme und eine brandneue Rubrik: empfohlener Künstler auf Blatt-Werk. Jedes Monat wird ein junger Fotokünstler mit einem Werk vorgestellt, der einen weiteren empfiehlt. Dafür haben wir unsere Startseite zur Verfügung gestellt. Den Anfang macht Lukas Meisterhofer, mit seinem Bild „Enthauptung“. Ein Animationsfilm von Christoph Pfeifer, „LASS MICH NEBEL“, ist ebenfalls zum Download bereit unter http://www.blatt-werk.at


Für die Spielzeit 2005 / 2006 des Schauspielhaus Graz inszenierte Intendant Matthias Fontheim William Shakespeares „Was ihr wollt“. „Dein Projekt liebt dich“ von Johannes Schrettle wird auf der Probebühne gezeigt und Lida Winiewiczí Stück „Späte Gegend“ ist auf der Ebene 3 zu sehen, Regie führt Gerhard Balluch. Weitere Informationen zu Schauspielhaus, Oper und Next Liberty unter www.theater-graz.com


Theater im Bahnhof ist BEST OFF STYRIA 05 < Theater im Bahnhof: Monika Klengel und Ed. Hauswirth, TiB
Das Ensemble des Theater im Bahnhof konnte die Jury des Theaterlandpreises BEST OFF STYRIA 05 - das Festival der Freien Theater - zum zweiten Mal infolge überzeugen. Erstmals wurde auch der „Preis der Jury“ vergeben. Gewinner dieses Preises ist die muunkompanie


„Sir“ Oliver Mally´s BLUES DISTILLERY featuring Martin GASSELSBERGER und Diana JIRKUFF, am Donnerstag, 13. 10. um 20.00 Uhr im KulturHausKeller Straden. Informationen unter Tel. 0676-9110200


LEO KYSèLA, featuring STEFAN WEDAM (acoustic & e-guitar/ violoncello) am FR 14. Oktober um 20.30 Uhr im Stockwerk, Jakominioplatz 18. Tickets & Reservierungen unter T 0316/833 948 bzw. über http://www.dieeintrittskarte.at


FEST DER ENERGIE 2005 im Kunsthaus Weiz am Freitag, 14.10. ab 19.30 Uhr. 1. Weizer Biowein-Verkostung: Degustation von 10 prämierten steirischen Bioweinen. Moderation: Jörg-Martin Willnauer | Unkostenbeitrag: 15 Euro. Anmeldung und Kartenverkauf: Tourismus Weiz T 03172 / 2319-660


15. Oktober 2005, 19.30 Uhr: Mit dem Tango-Tanztheater „Liebe nach Fahrplan“ (Anastasia Ferrer/ Luigi Zola & Compania) wird das mit dieser Saison erweiterte Tanzangebot im Next Liberty eröffnet. Eines, das in seiner Formen- und Themenvielfalt unterschiedliche Interessen und Vorlieben anzusprechen versucht; eines, das für Tanzbegeisterte aller Altersstufen konzipiert ist; eines, das Einblick geben will in die dynamische Kraft sich bewegender Bilder unserer Zeit. Eine Inszenierung von Anastasia Ferrer und Luigi Zola | Im Next Liberty Jugendtheater, Kaiser Josef Platz 10, 8010 Graz. Ab 15 Jahre (diese Veranstaltung richtet sich eher an ein erwachsenes Publikum)


The Crazy Hambones, Jump Blues aus Deutschland am So, 16.10., die Franz Kreimer Band aus Graz am So, 23.10. und Rewolfinger (Foto) am So, 30.10., jeweils ab 21.00 Uhr im THREE MONKEYS, Elisabethstr. 31, T 31 98 10 | http://www.three-monkeys.at


European Songfestival 2005, 18.11., 19.30, Grazer Stadthalle: Kartenvorverkauf beginnt
Zum ersten Mal findet das „European Songfestival“ für Menschen mit Behinderung, veranstaltet von Jugend am Werk Steiermark unter dem Ehrenschutz von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer in Österreich statt. In der Grazer Stadthalle werden sich Musikerinnen und Musiker aus zwölf europäischen Ländern einer unabhängigen Jury und dem Publikum präsentieren. Das musikalische Spektrum der Darbietungen ist vielfältig und reicht von Pop über Schlager bis hin zu folkloristisch gefärbtem Jazz. Der Kartenvorverkauf für das European Songfestival 2005 startet am 22. September 2005.

Tickets: Zentralkartenbüro, ausgewählte Jugend-am-Werk-Zweigstellen etc. | Infos unter http://www.songfestival2005.at


LUDWIG HIRSCH bringt 25 Jahre dunkelgraue Lieder am 15. 10. ins Grazer Orpheum | JOSEF HADER mit Hader muss weg folgt am Dienstag, 18.10. und Tags darauf der bayerische Legalisierungsbarde HANS SÖLLNER (Foto) 19. und 20. 10., jeweils 20.00 Uhr).


„Schmelzmusik“ zwischen Ost und West, Nord und Süd nennt sich ein „interkultureller Musikstammtisch“, der von der Caritas, ISOP und dem Volksliedwerk gemeinsam organisiert wird. DieMusikerinnen kommen aus aller Herren und Frauen Länder, BesucherInnen können auch eigene Instrument emitbringen. Der erste Stammtisch findet am 21. Oktober im Flüchtlingsquartier der Caritas, Griesplatz 6-7 statt, der nächstfolgende am 10. November im „Café Global“ des Afro-Asiatischen Institutes in der Leechgasse. Beginn: 19.00 | T 877-8768 | www.iku-musi.info


Barclay James Harvest kommt nach Feldbach. Gegründet 1967, ist die Band vor allem bekannt durch die Platte „Gone to Earth“ mit dem großen Erfolg „Hymn“. Mit im Gepäck alle ihre großen Hits spielt die Band das vorläufig einzige Konzert in Österreich. Nach den Leningrad Cowboys, Jethro Tull und Manfred Manns Earth Band wird die „Altherrenpartie“ am 22. Oktober um 20.00 Uhr in der Mehrzweckhalle Feldbach auftreten.


Die Franz Kreimer Band besteht seit Februar 2003. Mit der Hammond B3 und dem fauchenden Sound von 1959, unterstützt von einer hochprofessionellen Gruppe groovt sich Franz Kreimer durch Jazz-, Blues-, Funk-, Soul- und Pop-Klassiker , nicht ohne roten Faden und eigenen musikalischem Stempel. Zu sehen und hören am Sonntag, den b um 21:00 Uhr im „Three Monkeys“, Elisabethstraße 31, Graz. Informationen unter http://www.three-monkeys.at


„Tiempo“ besinnlich in den Herbst. Soeben auf CD erschienen: Klaus Paiers neues Opus, das er gerade bei einer Europatournee vorstellt, die ihn und seine Combo (Paier: Akkordeon, Bandoneon, Stefan Gfrerrer: Bass, Roman Werni: Drums) bis nach Frankreich und Polen führen wird. Der Content: Musik für besinnliche Herbsttage, die sich aus Jazz, Tango nuevo, europäischer Klassik und Volksmusik speist und allerorten für ausverkaufte Hallen sorgt. Nach den erfolgreichen Auftritten im Grazer Café Stockwerk und in Leibnitz gibt‘s in der Steiermark noch zwei Möglichkeiten, „tiempo“ live zu erleben „ nämlich am 24. Oktober im Gleisdorfer Kulturkeller und am 25. Oktober im Dachbodentheater MS in Voitsberg. Weitere Infos http://www.klaus-paier.com


Joseph Marx: Eine Herbstsymphonie. In schillernden Farben und breiten Pinselstrichen, unter Einsatz eines romantischen Orchesters Mahler‘scher Dimensionen, schilderte der Grazer Joseph Marx, Komponist unsterblicher Lieder, 1921 den Herbst in der Südsteiermark. Ein Monumentalwerk des romantischen Impressionisten, das 1922 unter Clemens Krauss im Grazer Stefaniensaal das Publikum zu Begeisterungsstürmen hinriss, und das in drei Aufführungen im Wiener Konzerthaus 1923 auch dort zu einem glänzenden Erfolg wurde. Die „Herbstsymphonie“ verschwand 1925 von den Konzertpodien und erlebt nun nach 80 Jahren am Ort ihres größten Triumphs, im Grazer Stefaniensaal, eine Wiederauferstehung: am 24. und 25. Oktober um 19.45 Uhr durch recreation „ GROSSES ORCHESTER GRAZ mit dem Dirigenten Michel Swierczewski.

Karten: styriarte-Kartenbüro, Sackstraße 17, Tel. 0316/825 000 | http://www.recre.at


24. Abonnementzyklus der Kunstuniversität Graz mit zwei Opern-Neuinszenierungen, Insgesamt 15 Abende mit Orchester, Kammermusik, Lied, Chor, Oper, Jazz und Schauspiel. Der 24. Abonnementzyklus (2005/2006) der Kunstuniversität Graz (KUG): Fünfzehn Abende mit Orchester, Kammermusik, Lied, Chor, Oper, Jazz und Schauspiel. Die Veranstaltungsorte sind Stefaniensaal (Grazer Congress), Grazer Dom und Theater im Palais (T.i.P.). Wurde das Mozart-Gedenkjahr bereits in der vergangenen Saison mit „La Finta Giardiniera“ begonnen, so wird des großen Meisters heuer mit einer Neuinszenierung des „Figaro“ ebenso gedacht wie in den Orchester- und Kammerkonzerten und mit einer Gegenüberstellung von Hans Werner Henzes Oper „Il Re Cervo“.

Das Abonnement der Kunstuniversität Graz ist in der Veranstaltungsabteilung der KUG, Leonhardstraße 15 (T 0316-389-1330) erhältlich.


Die Schmidt & Fridrin Production stellt die 1. MUSICAL AKADEMIE GRAZ vor. Ab sofort ist es möglich, eine professionelle Musical- & Tanzausbildung in Graz zu absolvieren. Informationen unter http://www.musicalakademiegraz.at


Worldmusic-Preis
Bereits zum dritten Mal haben heuer in Österreich lebende MusikerInnen und Gruppen unterschiedlichster Ethnien die Möglichkeit, sich am „Österreichischen Worldmusic Preis 2005“ zu beteiligen. Initiator und Veranstalter des Wettbewerbes ist Das IKKZ (Internationales Kultur- und Kommunikationszentrum) in Wien.

Eine Jury wird im Rahmen einer Vorausscheidung am 7. 11. 05 jene 10 Finalisten auswählen, die sich und Ihre Kunst gemäß dem Motto „Festival der Klänge“ im Rahmen des großen Abschlusskonzertes am 3.12.05 (20h) im Wiener Jazzclub PORGY & BESS präsentieren werden.

Anmeldung und Information:
IKKZ - Internationales Kultur- und Kommunikationszentrum | 1020 Wien, Rotensterngasse 22/20 | http://www.ikkz.atinfo@ikkz.at
Einsendeschluss: 31. 10. 05

 

  GELESENES & ERLESENES


Meinungsmacher im Internet
Weblogs („Blogs“) nehmen seit etwa einem Jahr einen ungeheuren Aufschwung, weltweit werden derzeit über 30 Mio davon publiziert, ein Drittel davon in den USA. Die allermeisten sind das Werk von Einzelpersonen – JournalistInnen, WissenschafterInnen, PolitikerInnen, in der überwiegenden Mehrzahl aber von Privatpersonen. Das inhaltliche Spektrum reicht vom in exhibitionistischer Absicht öffentlich zugänglich gemachten persönlichen Tagebuch über Kommentare zum Zeitgeschehen bis hin zu Corporate Weblogs, die schlicht der Werbung dienen. Ein neues Buch in der Reihe der bei Nausner & Nausner erscheinenden Fastbooks geht dem Phänomen der Blogs auf den Grund und untersucht ihr Verhältnis zu Massenmedien und Marketing. Mit einem Ergebnis, das MedienmacherInnen beruhigen kann: Blogs beziehen sich häufig auf Beiträge v.a. in Online-Versionen von Printmedien, und von den UserInnen wird Medien mit bekannter „Marke“ eine wesentlich höhere Glaubwürdigkeit und Kompetenz zugeschrieben als Weblogs. Interessant v.a. für PR-ExpertInnen der Abschnitt über Corporate Blogs und Politik-Blogs und deren Einsatzmöglichkeiten in der Werbung.

Die neuen Meinungsmacher. Weblogs als Herausforderung. Fast Books 4
Graz: Nausner & Nausner 2005, 191 Seiten, Kleinformat, E 12,-

Korso verlost in Koperation mit dem Grazer Verlag Nausner & Nausner drei Exemplare des Buches beim KORSO-Kulturquiz!



Sex sells, drum folgt Sex II
Sex I auf den (netzbestrumpften) Fuß – in der edition kürbis. Martin Amanshauser fragt sich, wie die Kronenzeitung mit einer Welt ohne Sex zu Rande käme (und welche Kolumnen Gerti Senger dann schreiben müsste) – ohne Zweifel der amüsanteste Beitrag des Bandes; Franzobels Inspektor Hörgas versucht’s mit überraschendem Ende mit einer Domina, während Günther Freitag im „Hotel Optimismus“ seine nachlassenden Vitalfunktionen mit Bouillon und erotischen Filmen wieder auf Vordermann zu bringen trachtet, Peter Glaser entdeckt Amina und Elfriede Kern lässt ihre Protagonistinnen mit Männern und deren nur zu vorhersehbaren Reaktionen experimentieren, Wolfgang Pollanz masturbiert am Klagenfurter Hauptbahnhof, Birgit Pölzls weibliche Hauptfigur kann ihre Therapie endlich abbrechen, als sie sich gegen die Wünsche der Männer und für Anna entscheidet (die laut Schwitters ja bekanntlich von vorne wie von hinten ist, das tropfe Tier), Manfred Rumpl verwechselt Männerphantasien mit Frauenwünschen, Daniel Wisser gesteht seiner Freundin auf ungewöhnliche Weise einen Seitensprung – und Monika Wogrolly kocht vor Verlangen.

Sex II: Feuchte Träume auf 102 Seiten in der edition kürbis, E 18,-

KORSO verlost in Kooperation mit der edition kürbis 3 Exemplare von „Sex II“ beim KORSO-Kulturquiz!


Nach der Wahl ist vor der Wahl
Ein Gespräch zwischen Jörg Nauer & Martin Will, aufgezeichnet von Jörg-Martin Willnauer


Jörg Nauer: Jetzt wird sich alles ändern in der Steiermark!

Martin Will: Aber geh! Die wichtigen Entscheidungen fallen an der Börse. Ein Landeshauptmann hat links und rechts ein paar Zentimeter Spielraum.

Jörg Nauer: Trotzdem. Das Klima wird sich ändern. Die ÖVP hat dieses Land ja als Privateigentum betrachtet. Böse Zungen behaupten, St.VP sei die Abkürzung für Steirische Voll-Präpotenz.

Martin Will: Du übertreibst.

Jörg Nauer: Keineswegs. Frau Klasnic sprach nach der Wahl: „2010 wird die Steiermark wieder uns gehören.“ Das war keine Freud­sche Fehlleistung, sondern Ausdruck ihres Denkens. Und genau so denken viele in der ÖVP.

Martin Will: Die SP sollte diesen Fehler nicht machen. 20.000 Stimmen sind schnell verspielt.

Jörg Nauer: Siehe FPÖ & BZÖ. Die haben ja dank rassistischer Parolen alles verspielt und wurden erfreulicherweise im ORF als „Splitterparteien“ bezeichnet. Dass ich das noch erleben durfte! Das BZÖ hat so schlecht abgeschnitten, dass es nicht einmal eine Wahlkampfkosten-Rückerstattung bekommt.

Martin Will: Schadenfreude ist kein politisches Programm. Was wird sich denn ändern im Lande?

Jörg Nauer: Ich bin sicher, dass die skandalöse Trennung von Kultur und „Volks“kultur ein Ende haben wird! Dieser Schwachsinn war rein parteipolitisch motiviert und der Nutznießer hat jetzt die Rechnung bekommen: Vom „Landeshauptmannstellvertreter“ zum Politiker ohne Mandat. Einen solchen Absturz hat die Republik noch nicht erlebt.

Martin Will: Du bist ein Schadenfreud!

Jörg Nauer: Es wird sich hoffentlich noch mehr ändern: die Abschaffung der Proporzerei wurde ja schon angekündigt und die dubiosen „Bedarfszuweisungen“ werden hoffentlich transparent!

Martin Will: Dein Wort in Voves Ohr! Unabhängig davon: Wer wird Kulturlandesrat?

Jörg Nauer: „Chefsache“ wird die Kultur wohl nicht. Das ist ja immer in die Hosen gegangen. Vielleicht Kurt Flecker, der gerade Licht in das herbst-liche Dunkel um die Förderung der Listhalle gebracht hat?

Martin Will: Die Kultur braucht einen starken Lobbyisten, der anständige Rahmenbedingungen schafft! Kultur ist doch keine Sozialleistung!

Jörg Nauer: Da unterschätzt du aber den Linksintellektuellen Flecker gewaltig. Ihm würd‘ ich zutrauen, dass er Kultur gesellschaftlich verortet und nicht bloß seine FreundInnen bedient und die Tempel der so genannten Hochkultur noch weiter vergoldet.

Martin Will: Also goldene Zeiten für eine Kultur, die nicht ausschließlich repräsentativ fungiert, sondern auch kritisch hinterfragt? Ich fürchte, da überschätzt du die Sozialdemokratie!

Jörg Nauer: Mag sein, aber, um Ernst Bloch zu zitieren: Es bedarf des Prinzips Hoffnung, um die Dürftigkeit der Welt überwinden zu können.

 

 

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