06 / 2001
  Grüne Bioraffinerie

Der Regionalen Innovations- und Forschungsstelle der JOANNEUM RESEARCH in Hartberg wurde der vom Städte- und Gemeindebund ausgeschriebene Regional-Innovationspreis 2001 für das kreativste Konzept zuerkannt.

Die Hartberger Forschungsstelle der JOANNEUM RESEARCH beteiligte sich mit den Projekten „Grüne Bioraffinerie“, „Aroma“ und einem regionalen Energiekonzept für den Bezirk. Beim Projekt „Aroma" soll versucht werden, aus heimischen Kräutern ätherische Öle als Grundstoffe für Produkte im Wellnessbereich zu gewinnen. Der Schwerpunkt liegt im biologischen Anbau der Kräuter und daher in der Erzeugung von pestizidfreier Qualität. Dabei setzt JOANNEUM RESEARCH-Institutsleiter DI Michael Mandl auf eine regionale Wertschöpfungskette. 
Im dritten Projekt liegt das Ziel in einer Energieplanung auf dem Gebiet „Erneuerbare Energieträger“.
 

 Ersetzen grüne Wiesen bisher verwendete Produktionstechniken? Unter über 100 eingereichten Projekten war es vor allem die „Grüne Bioraffinerie", 
welche die Juroren begeisterte. Denn aus Gras können wichtige Wertstoffe 
gewonnen werden.

Gemeinsam mit dem in Feldbach ansässigen Kornberg Institut für nachhaltige Regionalentwicklung und angewandte Forschung will JOANNEUM RESEARCH neue Wege beschreiten, um aus dem nachwachsenden Rohstoff „Gras“ Wertstoffe zu gewinnen. Auf diese Weise soll eine Wertschöpfung für die Landwirtschaft erreicht werden, da die Bauern die Rohstoffe frisch und auch siliert anliefern können. Dieser Versuch ist steiermarkweit führend und als Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit der Hartberger Firma „Lactoprot“ in Europa einmalig.

In einer Pilotanlage soll die Produktion von Tiermehlersatz auf rein pflanzlicher Basis, Milchsäureverbindungen als Grundlage für Kunststoffe, Lösungsmittel und Anwendungen in der Lebensmittelindustrie und Grasfaseranwendungen bei Dämm- und Baumaterialien getestet werden. Zusätzlich gilt es, Biogas aus den Restströmen des Verfahrens zu gewinnen.

Das Projekt „Grüne Bioraffinerie“ ist dabei für die Region maßgeschneidert. DI Michael Mandl rechnet mit positiven ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Auswirkungen. Denn die Etablierung einer neuen, dezentralen Prozessindustrie trägt zur Einkommenssicherung der Landwirtschaft bei, sichert die für die Region typische Kulturlandschaft und verringert die Importabhängigkeit bei Protein-Futtermitteln und chemischen Grundstoffen.


 
JUNI-AUSGABE
WISSENSCHAFT UND FORSCHUNG