09 / 2000
Ökologie aus der Steckdose
 
Seit 1.1. 2000 beliefert die oekostrom AG als erster Stromversorger Österreichs auch Kleinkunden in „fremden“ Netzen. Ab Herbst widmet sie sich verstärkt dem steirischen Markt, wofür sie als Regionalpartner – und Aktionär – die Stadtwerke Hartberg gewinnen konnte. Über Durchleitungsgebühren, Erinnerungslücken von Ministern und den problemlosen Umstieg auf eine klimafreundliche Stromversorgung sprach Korso mit dem für den Vertrieb zuständigen Vorstand der oekostrom AG, Mag. Ulfert Höhne.
 
Höhne: „Durchleitungstarife
werden drastisch sinken“

Wie sind Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Ökostromvertrieb?
Das Interesse der Kunden ist groß – wir haben bereits rund 300 Verträge abgeschlossen. Zu unseren Kunden zählen z.B. der Unternehmer Klaus Woltron, der auch Aktionär ist, der EU-Parlamentarier Hans Kronberger, und namhafte Umweltorganisationen. Wir haben aber bisher mit fast prohibitiv hohen Durchleitungskosten zu kämpfen.

Wie hoch sind die Durchleitungstarife in der Steiermark?
Die steirischen Gebühren gehören österreichweit zu den höchsten: 1,40 ATS pro kWh! Mit Energieabgabe und Umsatzsteuer kommt man auf 1,92 ATS. Die STEWEAG verkauft ihren Strom um 2,25 ATS – wenn sie denselben Bedingungen unterliegen würde wie wir, müsste sie ihren Strom praktisch zu negativen Kosten einkaufen.
Diese Ungerechtigkeit ist aber nur eine Kinderkrankheit der Marktliberalisierung, und die Durchleitungstarife werden sicher noch drastisch sinken. Im März hat das Europäische Parlament eine Resolution verabschiedet: Bis der Ökostrommarkt eine signifikante Größe hat, sollen die Durchleitungsgebühren ausgesetzt werden. Das fordern wir auch von Wirtschaftsminister Bartenstein – der das als Umweltminister sogar selbst vorgeschlagen hat.

Wie viele Haushalte kann die oekostrom AG beliefern?
Etwa 1.000 Haushalte sofort, wir haben aber Vorverträge mit weiteren Lieferanten, sodass wir innerhalb von drei Monaten um 20.000 aufstocken können. Hier besteht sicherlich kein Engpass.

Aus welchen Energieträgern stammt der Ökostrom?
Aufgrund der momentanen Gesetzeslage dürfen wir nur Strom aus Wind, Biomasse, Biogas und Solarenergie liefern, nicht aber aus Kleinwasserkraft. Den überwiegenden Teil beziehen wir aus Windanlagen und zumindest 1% aus Photovoltaik.

Wer garantiert, dass die oekostrom AG nur „grünen“ Strom liefert?
Derzeit hat der Konsument aufgrund der gesetzlichen Lage die Sicherheit, dass wir nur Ökostrom verkaufen und als einzige in Österreich garantiert keinen Atomstrom. Bereits im Oktober werden wir allerdings auch ein Gütesiegel des Prüfzentrums arsenal research vorweisen können.

Um wie viel teurer ist Ökostrom?
An Haushalte liefern wir österreichweit zum selben Preis von 2,50 ATS pro kWh, das sind in der Steiermark rund 25 Groschen mehr als der Normaltarif. Ein Durchschnittshaushalt mit 4000 kWh Jahresverbrauch zahlt also beim Umstieg auf Ökostrom jährlich 1.000 ATS mehr. Unser langfristiges Ziel ist allerdings, Strom aus erneuerbarer Energie zum selben Preis anzubieten.

Wie wird man Kunde der oekostrom AG?
Ganz einfach – man lädt sich unseren Stromvertrag vom Internet herunter, füllt ihn aus, schickt ihn an uns, und wir veranlassen alles Weitere.

Den Vertrag findet man/frau unter www.oekostromag.at  oder bestellt ihn bei der oekostrom AG, Mariahilferstraße 89, 1060 Wien, Tel. 01-961-05-61.

 

 
SEPTEMBER-AUSGABE ÖKOLAND STEIERMARK