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Nach wie vor Unklarheit um Förderung
für „Erneuerbare“
Vor wenigen Tagen schrillten die Alarmglocken
bei allen SteirerInnen, die um eine Förderung für eine Solaranlage
oder eine Biomasse- oder Pelletsheizung eingekommen sind oder die Errichtung
einer solchen Anlage planen: Die zuständige Rechtsabteilung der steiermärkischen
Landesregierung hat mangels Bedeckung die Auszahlung dieser Förderungen
mit 1. März eingestellt.
Die Wogen der Empörung gingen – verständlicherweise
– hoch. Der Präsident des steirischen Biomasse-Verbandes, Fritz
Grillitsch: „Es ist zu befürchten, dass der Aufwärtstrend
bei den umweltfreundlichen Heizanlagen gänzlich gestoppt wird.“
Wirtschaftlicher Schaden ...
Damit könnten die 3000 zusätzlichen
Arbeitsplätze, die bei Einführung der Förderung angekündigt
wurden, im wahrsten Sinn des Wortes in den Rauchfang geschrieben werden.
Ähnlich der Obmannstellvertreter von pro Holz Steiermark, der Pelletserzeuger
Siegfried
Pabst: „Heizen mit Holz ist eine marktfähige Alternative geworden.
Wir haben entsprechend investiert und fühlen uns nun im Stich gelassen.“
Auch Ing. Ewald Selvicka, Geschäftsführer der ARGE Erneuerbare
Energie, sieht großen wirtschaftlichen Schaden für die Steiermark:
„Ohne heimischen Markt ist auch der Aufbau eines Exportmarktes für
unsere heimische Solarindustrie wieder in Gefahr.“ Und der Geschäftsführer
des Landesenergievereines, Gerhard Ulz, rechnet vor: „Allein mit
den 681.000 Schilling Förderungsvolumen, die in Graz für Solaranlagen
ausgeschüttet wurden, konnten insgesamt 8,5 Mio an Investitionsvolumen
bewegt werden – das zeigt, wie ökonomisch bedeutsam die Förderung
ist.“
... und anti-ökologische Signale
Letztendlich geht es bei der Förderung der
erneuerbaren Energieträger aber natürlich um ökologische
Ziele – vor allem um die Senkung des CO2-Ausstoßes als einen der
Hauptverursacher für die Klimaerwärmung. Die EU-Umweltkommissarin
Margot
Walström hat Österreich erst kürzlich wegen des Anstiegs
der CO2-Emissionen (seit 1990: + 6%) kritisiert. Der grüne Landtagsabgeordnete
Peter Hagenauer wirft den Landesregierern „blanke Heuchelei“ vor:
„Die Steiermark ist Klimabündnis-Partner und müsste daher eigentlich
überdurchschnittlichen Einsatz bei der Förderung der erneuerbaren
Energieträger zeigen. Das Gegenteil ist der Fall: Wir sind inzwischen
österreichweit Schlusslicht bei der Solarförderung. Die vielen
Solar-Initiativen in unserem Bundesland haben sich gegen den Strom der
Landespolitik entwickelt.“
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V.l. n. r.: Ing. Ewald Selvicka (ARGE Erneuerbare
Energie),
Fritz Grillitsch (Steir. Biomasse-Verband), Siegfried
Pabst (pro Holz):
Breites Bündnis gegen die Einstellung der Förderung
für erneuerbare Energieträger |
Budgetäre Absicherung gefordert
Der öffentliche Aufschrei von der Landwirtschaftskammer
über die betroffenen Branchen bis zu den Umweltschützern hat
kurzfristig Wirkung gezeigt: Zumindest die bereits eingereichten Förderanträge
sollen behandelt, die den Förderwerbern zustehenden Summen ausgezahlt
werden, versprach LH Waltraud Klasnic nach der Sitzung der Landesregierung
vom 5. März. Ebenfalls angekündigt ist eine Umschichtung der
Kompetenzen für die Förderung: Sie sollen von den beiden Gemeindereferenten
Klasnic und Dr. Peter Schachner zu Umweltlandesrat Erich Pöltl
wandern.
Der will sich, so verlautet aus seinem Büro, „die Sache einmal anschauen“.
Die Stimmen, die eine ordentliche Bedeckung der Förderungen im Haushalt
des Landes verlangen, mehren sich jedenfalls: So fordert Kammeramtsdirektor
Dr.
Heinz Kopetz von der steirischen Landwirtschaftskammer, im Budget 100
Mio Schilling aus der Wohnbauförderung zur Förderung der „Erneuerbaren“
Biomasse, Solar und Biogas umzuschichten; darin trifft er sich mit dem
Grünen Hagenauer, dem eine ähnliche Summe vorschwebt. Und – hierin
sind sich wiederum Ulz und Hagenauer einig: Zu einem bloßen Annuitätenzuschuss
darf die Förderung nicht degenerieren – „das senkt den Anreiz zur
Umstellung gewaltig.“
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